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ABCD EFGH IKLM NOPR STUV WXZ


A

"A"als Abkürzung

Kurzzeichen für Arterien (A.), Ampere, Anode, Atomgewicht (oder Massenzahl), Antigen A (des AB0-Systems), griechischer Buchstabe für Alpha.

AB0-System

Mit dem AB0-System ist das AB0-Blutgruppensystem gemeint, das an die Membran der roten Blutkörpercen (Erythrozyten) gebundene "klassische", nach den Mendelschen Gesetzen vererbte Blutgruppensystem des Menschen. Es umfasst vier verschiedene Blutgruppen: A, B, AB und 0 (Null), bei denen die Antgenkonstellation A, B oder deren Kombination (AB) vorhanden sind oder fehlen (0).

Abszess

Ein Abszess ist eine abgekapselte Eiteransammlung, häufig bakteriell bedingt (durch Staphylo- und Streptokokken, Colibakterien). Symptome: allgemeine und örtliche Zeichen einer Entzündung, Schwellung der Weichteile, auch Druckschäden an Nachbargebilden möglich. Nach der Intensität der Entzündung unterscheidet man heiße und kalte Abszesse.

Adenoide Vegetationen

Adenoide Vegetationen, Adenoide Wucherungen, auch Rachenmandeln genannt, umgangssprachlich "kindliche Polypen" oder "dritte Mandel" ist ein angeborenes lymphatisches Gewebe im Nasenrauchenraum. Bei Vergößerung (Hyperlpasie) des Gewebes kommt es zu Verlegung des Nasenrachens mit Störung der Nasenatmung, erzwungener Mundatmung, nächtlichem Schnarchen, unruhigem Schlaf, Verlegung und Infektionen der Eustachischen Röhre (Tuba auditiva) mit Unterdruck- und Sekretbildung im Mittelohr, Schwerhörigkeit, Druckgefühl, Wachstums- und Gedeihstörungen, Sprachentwicklungsstörungen, Mundgeruch, Neigung zu Sinobronchitis und Nasenatmungsstörungen durch Nasenscheidewandverbiegungen. Typisches Alter einer Adenoiden Hyperplasie-Problematik ist das 2. bis 6. Lebensjahr, mitunter auch bereits vor dem zweiten Lebensjahr und selten bis in das Erwachsenenalter.

Adenotomie

Unter Adenotomie versteht man die operative Entfernung der Adenoide (eigentlich kurz für: Adenoide Vegetationen), d.h. der vergrößerten Tonsilla pharyngealis (lat. für Rachenmandel; auch dritte Mandel genannt). Umgangssprachlich wird häufig von der Entfernung von „Polypen“ oder „Wucherungen“ gesprochen. Die Rachenmandel hat aber nichts mit echten Nasenpolypen zu tun. Vergrößerte Rachenmandeln treten typischerweise im Kindesalter auf, die Adenotomie wird daher fast ausschließlich bei Kindern durchgeführt.Die Operation erfolgt in der Regel ambulant und in Vollnarkose über einen Beatmungsschlauch (Tubus). Das Kind liegt auf dem Rücken, der Kopf liegt etwas tiefer. Nach Einführen eines Mundsperrers wird mit einem speziellen Instrument, dem so genannten Beckmann’schen Ringmesser, abtragen. Normalerweise reicht es zur Blutstillung aus, einige Minuten einen Gazetupfer auf die Abtragungsstelle zu drücken. Kleiner Blutgefäße können durch Elektokaustik verschlossen werden. Der kleine Schlauch und der Mundsperrer werden entfernt, und der Narkosearzt lässt das Kind aufwachen. Die Operationsdauer beträgt in der Regel ca. zehn Minuten. Da häufig – wie oben beschrieben – Flüssigkeit im Mittelohr vorliegt, werden oft während derselben Narkose ein Trommelfellschnitt (Parazentese) und eine Paukenröhrcheneinlage (Paukendrainage) durchgeführt.

Adipositas

Als Adipositas oder auch Fettleibigkeit wird ein durch übermäßige Vermehrung des Körperfettes hervorgerufenes starkes Übergewicht mit teils krankhaften Auswirkungen bezeichnet. Unterschieden wird die Adipositas in drei Schweregrade, die durch den Bod-Mass-Index voneinander unterschieden werden. Adipositas ist eine der Hauptrisiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus Typ II.
Grad I: BMI zwischen 30 und 34,9
Grad II: BMI zwischen 35 und 39,9
Grad III: BMI größer als 40

Akute Sinusitis

siehe:
hier

Ästhetisches Anti-Aging

Das Ziel der Anti-Aging Medizin ist, den biologischen Alterungsprozess zu verlangsamen und nicht, dessen sichtbare Folgen lediglich zu kaschieren. Dennoch – wer jünger bleiben will, möchte häufig auch jünger aussehen. Hierzu gibt es inzwischen eine Vielzahl wirksamer, nicht invasiver Maßnahmen, die im Bereich des ästhetischen Anti-Aging angeboten werden. Wer jünger aussieht, fühlt sich häufig auch jünger.

Allel

Ein Allel (griech.: allélon "einander", "gegenseitig") bezeichnet eine mögliche Ausprägung eines Gens, das sich an einem bestimmten Ort (Locus) auf einem Chromosom befindet.

Allergen

Ein Allergen (griech.: das allergieerzeugende) ist eine Substanz, die über Vermittlung des Immunsystems Überempfindlichkeitsreaktionen auslöst. Ein Allergen ist ein Antigen, die von ihm verursachte Überempfindlichkeitsreaktion heißt allergische Reaktion.

Allergie

Eine Allergie ist die zu krankhaften Überempfindlichkeitsreaktionen (Immunreaktionen) führende Reaktionsäußerung des Organismus aufgrund einer Sensibilisierung durch ein Allergen. Das Wort Allergie stammt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus allos (= anders) und ergon (= Verrichtung). Man könnte also den Begriff Allergie frei übersetzen mit „einer von der Norm abweichenden Reaktion" des Körpers auf bestimmte Substanzen in seiner Umwelt.

ANA

ANA = Antinukleäre Antikörper sind gegen (anti-) den Zellkern (Nukleus) gerichtete Antikörper. Aus letztlich noch ungeklärten Gründen produzieren unsere Abwehrzellen manchmal Antikörper, die sich gegen uns selbst richten. Man nennt solche Antikörper Autoantikörper (griechisch autos: selbst). Manche Autoantikörper richten sich gegen bestimmte Organe (z.B. die Schilddrüse), andere wiederum richten sich gegen bestimmte Zellbestandteile, also prinzipiell gegen alle Zellen und alle Organe. Zu den letzteren gehören auch die Antinukleären Antikörper (ANA). Sie richten sich gegen den Zellkern, der in den meisten Zellen des Körpers vorhanden ist.

Analgetika

Analgetika sind Arzneimittel, die schmerzlindernd oder schmerzstillend wirken. Als starkes Analgetika gilt das Morphin und analoge synthetische Betäubungsmittel. Als schwache Analgetika sind die Acetylsalicylsäure (Aspirin, ASS) und die Pyrazolderivate bekannt. Diese haben auch fiebersenkende, antine?uralgische und antirheumatische Nebenefekte (Wirkstoffe sind z.B. Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Diclofenac und Paracetamol.)

Analgetika-Intoleranz

Als Analgetika-Intoleranz bezeichnet man eine Überempfindlichkeitsreaktion auf bestimmte Schmerzmittel.

Anamnese

Anamnese ist die Vorgeschichte eines Erkrankten. Sie umfasst Krankheiten, aber auch familiäres, berufliches und soziales Umfeld des Kranken. Die Eigenanamnese betrifft die Angaben des Patienten selbst, die Fremdanamnese bezeichnet die Angaben über den Patienten durch andere Personen (zu meist Familienangehörige).

Anaphylaxie

Als Anaphylaxie wird die akute mitunter lebensbedrohliche Allgemeinreaktion des Organismus als "Typ I" der Immunreaktion (durch IgE-Antikörper vermittelte Allergie vom Soforttyp) verstanden. Symptome: gesteigert Gefäßwanddurchlässigkeit mit Ödembildung, Stimmritzenkrampf, Verkrampfung der glatten Muskulatur (Bronchien, Darmkoliken), Steigerung der Drüsensekretion (z.B. Rhinitis), Störung der Blutgerinnung und des Herzrhythmus, Kreislaufversagen.

Angina Plaut-Vincent

Die Angina Plaut-Vincent ist eine pseudomembranöse Ulzeration mit typisch gelbgrauen Belägen) an Rachen und Gaumenmandeln (evtl. auch an Wangen, Lippen, Zahnfleisch und Kehlkopf). Der Erreger ist ein fusiforme Symbiose aus Fusobacterium fusiforme und Borrelia vincenci. Charakteristisch ist neben dem beschriebenen schweren Erscheinungsbild die Diskrepanz zu dem wenig gestörten Befinden (nur leichter Temperaturanstieg, Mundgeruch).

Anti-Aging Medzin

Der Ansatz der Präventions- und Anti-Aging Medizin ist, dass Alterungsprozesse als der wesentlichen Risikofaktor für die gängigen Volks- und Zivilisationskrankheiten identifiziert sind. Ein vertieftes Verständnis dieser Alterungsprozesse und deren gezielte Beeinflussung ist daher das Konzept im Kampf für ein gesundes Altern. Die 7 Säulen der Anti-Aging Medizin sind:
1. Lebensstil
2. Ausgewogene Ernährung
3. Bewegung
4. Supplementierung
5. Hormonersatztherapie
6. Mentale Balance
7. Ästhetisches Anti-Aging
Zu einer fundierten Anti-Aging-Beratung gehört eine gründliche Diagnostik mit einem ausführlichen Anamnese-Gespräch um Auskunft über Lebensstil und familiäre (ererbte) Risiken zu erfassen. Hinzu kommt eine ausführliche individuelle Diagnostik (Gesundheits- und Leistungsdiagnostik), mit der die Funktionalität der Organe ermittelt wird. Mittels Labortests wird der Hormonstatus, das körpereigene Schutzpotential gegenüber niedrig schwelliger Entzündungen, mögliche ererbte Risikofaktoren (Gendiagnostik) und überschießender pro-oxidativer Stoffwechsellage ermittelt.

Antigene

Antigene, (geschrieben: AG, Ag) ist eine Abkürzung für Antisomatogen und gemeint für jede Substanz, die vom Organismus als fremd (not self) erkannt wird und die Fahigkeit besitzt, eine Immunantwort, d.h. die Bildung von Antikörpern auszulösen.

Antihistaminikum

Antihistaminika sind Wirkstoffe, die die Wirkung des körpereigenen Botenstoffs Histamin durch reversible Blockierung der spezifischen Geweberezeptoren hemmen. Die H1-Rezeptorblocker sind die klassischen Antihistaminika bei allergischen Reaktionen, die H2-Rezeptorblocker hemmen dagegen die Salzsäurebildung in der Magenschleimhaut und werden daher bei Übersäuerung und Magen-Darmgeschwüren eingesetzt.

Antigen-Antikörper-Bindung

Antikörper binden mit ihrer A(ntigen)B(indungs)-Region „ihr“ Epitop relativ spezifisch, analog dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. Es passiert jedoch nicht selten, dass, bildlich gesprochen, ein zweiter oder dritter Schlüssel existiert, der in das Antikörper-„Schloss“ passt, aufgrund der (zufällig) ähnlichen oder identischen Konfiguration des Epitops. Mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit kann das auch eine körpereigene Struktur sein. Auf diesem Phänomen beruht ein Ansatz zur Erklärung von Autoimmunerkrankungen.

Antistreptolysin O – spezieller Streptokokken-Antikörpertest

Als Antistreptolysin O, kurz ASLO oder ASO, werden Antikörper gegen ß-hämolisierende Streptokokken bezeichnet. Der Normwert (ASL-Titer) liegt je nach angewandter Labormethodik zwischen 200-250 E. 1 bis 3 Wochen nach der Infektion sind erhöhte Werte nachweisbar, nach 3 bis 6 Wochen ist der Höhepunkt erreicht. Nach einer richtig behandelten Infektion sollte der Wert langsam sinken. Ist das nicht der Fall, deutet das auf einen chronischen Entzündungsherd wie Mandeln, Zähne oder Nasennebenhöhlen hin. Hohe und anhaltende ASLO-Titer gehen mit der Gefahr einer Entwicklung verschiedener schwerwiegender (rheumatischer) Erkrankungen einher.

Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI)

Der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI) ist ein Begriff aus der Schlaf-Apnoe-Diagnostik und gibt das prozentuale Verhältnis der atemgestörten Schlafphasen zur gesamten Schlafdauer an. Hierzu werden die Apnoe- und Hypopnoe-Ereignisse addiert und durch die Schlafdauer geteilt. Der Index drückt die Schwere des Schlafapnoe-Syndroms aus:
AHI von unter 5 = normal
AHI von 5 - 14 = leichtes
AHI von 15 - 29 = mittelschweres
AHI von > 30 = schweres Schlaf-Apnoe-Syndrom

Apoplexie, Apoplex

siehe unter: Schlaganfall

Arteriosklerose

Arteriosklerose ist eine Erkrankung der Schlagadern, die zu Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Gefäßwänden führt. Als Risikofaktoren sind neben Übergewicht, Diabetes mellitus, männliches Geschlecht, Alter und Lebensweise auch einige Genvarianten von entscheidender Bedeutung.

Atem-Feedback, Respiratorisches Feedback, (RfB)

Das "rfb" ist unter den Methoden der Entspannungstherapie (Autogenes Training, progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Hypnose, Yoga,) das einfachste, zuverlässigste und das am schnellsten wirkende Verfahren. Dem liegenden Patienten wird mit Hilfe von Licht- und Tonsignalen der eigene Atemrhythmus synchron mit Hilfe einer entsprechenden Apparatur zurückgemeldet. Das akustische optische Signal nimmt mit der Einatmung zu, um dann bei der Ausatmung wieder abzunehmen. So ergibt sich ein periodischer Rhythmus von Licht und Tonwahrnehmungen, denen sich der Patient eine Stunde lang hingibt. Die Grundlage für diese Methode beruht auf der Erkenntnis LEUNERs, dass die Eigenbeobachtung des Atemrhythmus die Aktivität der Substantia reticularis herabsetzt. Die Substantia reticularis, lokalisiert im Hirnstamm, spielt in Verbindung mit anderen Teilen des zentralen Nervensystems eine bedeutende Rolle für den Wachszustand des Organismus. Eine Herabsetzung ihrer Aktivität, wie durch die Atem-Feedback-Methode, führt zu Ruhe und Müdigkeitsempfindungen. Die Wirkung hält dabei wesentlich länger als beim Autogenen Training, das bekanntlich nicht bei jedem Patienten durchgeführt werden kann.

Atrophisch

Atrophie bedeutet Gewebeschwund

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS)

siehe unter: Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung

Audiometrie

Mit Audiometrie werden Verfahren bezeichnet, die Eigenschaften und Parameter des Gehörs vermessen. Sie dienen der Diagnose von Erkrankungen der Hörorgane und zur Erforschung dieser Organe. Die Audiometrie ist Teilgebiet der Audiologie und damit der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde. Audiometrie bedient sich auch bestimmter Techniken der Neurologie und liefert oft wichtige Informationen für diese. Man unterscheidet subjektive und objektive audiometrische Verfahren. Erstere bedürfen der Mithilfe der Person, deren Gehör untersucht werden soll. Letztere kommen ohne diese Mithilfe aus. Objektive Verfahren werden in der HNO-Heilkunde zu den otoneurologischen Untersuchungstechniken gezählt.

Ausgewogene Ernährung

Ein chinesisches Sprichwort sagt: Eine Krankheit hat viele Väter, die Mutter ist immer eine falsche Ernährung. Das Vermeiden von Übergewicht und eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen sind für einen gesundes Altern von fundamentaler Bedeutung.

Autoantikörper

Autoantikörper (Abkürzung: AAk) sind Antikörper, die ein körpereigenes Antigen binden. Autoantikörper sind ein charakteristisches Merkmal von Autoimmunerkrankungen, sind aber beispielsweise auch nachweisbar bei Krebs oder bei Krankheiten, die mit einem chronischen Verlust an Körperzellen verbunden sind. Sie können dabei entweder an der Entstehung der Erkrankung ursächlich beteiligt sein, den Verlauf beeinflussen oder aber nur als Begleitphänomen ohne Relevanz für das klinische Bild auftreten. Für eine Reihe von Autoimmunerkrankungen ist die Rolle der identifizierten Autoantikörper umstritten oder noch nicht vollständig geklärt. Autoantikörper sind vor allem für diagnostische Zwecke von Interesse. Zum einen ermöglichen sie die Absicherung einer Verdachtsdiagnose bei unspezifischen Symptomen. Darüber hinaus kann ihr Nachweis auch zur Unterstützung bei der Differentialdiagnose zwischen verschiedenen Formen einer Erkrankung genutzt werden, wie beispielsweise bei der Unterscheidung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Bei einigen Erkrankungen sind Autoantikörper ein wichtiger diagnostischer Parameter zur Verlaufskontrolle. Auch eine prädiktive Diagnostik, basierend auf dem Nachweis spezifischer Autoantikörper noch vor dem Auftreten von klinischen Symptomen, ist bei einigen Erkrankungen möglich. Einige Autoantikörper treten allerdings bei verschiedenen Erkrankungen auf, so dass für eine spezifische Diagnose in diesem Fall weitere Parameter notwendig sind.

Autogenes Training (AT)

Das Autogene Training ist eine auf Autosuggestion basierende Technik zur Entspannung. Es wurde vom Berliner Psychiater Johannes Heinrich Schultz aus der Hypnose weiterentwickelt, am 30. April 1927 erstmals vorgestellt und 1932 in seinem Buch "Das autogene Training" publiziert. Heute ist das autogene Training eine weit verbreitete und anerkannte Methode, um Stress und psychosomatische Störungen zu bekämpfen.

Autoimmunkrankheien, Autoimmunopathien

Krankheiten, die ganz oder teilweise auf die Bildung von Autoantikörpern und deren schädigende Einwirkung auf den Gesamtorganismus bzw. auf Organsysteme, d.h. auf "Autoaggression" zurückzuführen sind. Typische Autoimmunerkrankungen sind z.B. die HASHIMOTO Thyreoiditis, perniziöse Anämie, Pemphigus vulgaris, Diabetes mellitus Typ I, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, SJÖGREN Syndrom, Lupus erythematodes disseminatus, Sklerodermie, rheumatische Arthritis (primär-chronische Polyarthritis) u.a.m..



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B

Badeotitis

siehe hier: Badeotitis - Gefahr durch Badewasser

Balbuties

Mit Balbuties ist der Fachbegriff für die Störung des Redeflusses, die als "Stottern" bekannt ist.

Barrett Syndrom

Unter einem Barrett Syndrom wird eine Refluxösophagitis (Entzündung der Speiseröhre durch aus dem Magen rückfließende Magensäure). Sie führt unbehandelt zu Geschwürsbildung, Schrumpfungsprozessen im unteren Speiseröhrenteil und letztlich zu Krebs.

Basalganglien

Basalganglien (Nuclei basales) sind eine Gruppe grauer, paariger, dem extrapyramidal-motorischem System zugehörigen Endhirn- und Zwischenhirnkernen. Sie sind durch Querverbindungen zu einem System von Rückkoppelungskreisen für die Motorik zusammengeschlossen

Basaliom

Basaliom oder Basalzellkrebs ist eine Hautgeschwulst an lichtexponierten Stellen (zumeist im Gesicht und am Kopf) mit örtlich infiltrierendem und destruierendem Wachstum, aber seltener Metastasierung.

Behcet Krankheit

seltene chronisch-rezidivierende entzündliche Erkrankung, charakterisiert v.a. durch Augenveränderungen, Aphthen der Mund- und Genitalschleimhaut, Hautknoten an den Unterschenkeln, Thrombophlebitis, rheumatoide Erscheinungen, perivaskuläre rezidivierende Myelitis.

Bellocq-Tamponade

Für das Setzen einer Bellocq-Tamponade wird ein weicher Katheter durch die Mundhöhle in den Rachen eingeführt. Ein befestigter Gaze-Tampon wird dann mit einem Faden durch die Nase in die richtige Position gezogen.

Bell´sche Lähmung

siehe Fazialislähmung

BERA, Audio-EEG

BERA (engl.: brainstem electrical response audiometry; "brainstem" = Hirnstamm) gehört zu den objektiven Hörprüfverfahren. Objektive Hörprüfungen bedürfen nicht der aktiven Mitarbeit des Patienten. Sie lassen sich somit auch dann durchführen, wenn ein Patient keine Angaben machen kann (z.B. Kleinkinder). Die Methode dient der Messung und Registrierung akustisch evozierter Hirnstammpotentiale. Dabei wird die Zeit gemessen, die ein akustisches Signal benötigt, um vom Innenohr in den Hirnstamm zu gelangen. Hierfür werden spezielle elektrische Hirnaktivitäten im Hirnstromkurvenbild (Elektroencephalogramm = EEG) ausgewertet.

Bewegung

Die Tatsache, dass Sport die beste Medizin ist, belegen inzwischen hunderte von Studien. Nicht nur Herz-Kreislauferkrankung beugt man durch regelmäßige Bewegung vor - auch Osteoporose, Demenz und Krebserkrankungen lassen sich vermeiden.

Biopsie

Die Biopsie ist eine Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben. Hierbei kann man unter anderem feststellen, ob es ich um gut- oder bösartige Tumoren handelt.

Borkenflechte

Bei der Borken- bzw. Grindflechte (Impetigo contagiosa) handelt es sich um eine hochansteckende Erkrankung der Haut, die durch Bakterien (in erster Linie Staphylokokken oder Streptokokken) ausgelöst wird. Vor allem Kleinkinder sind davon betroffen. Auf zunächst leicht geröteter Haut bilden sich eitergefüllte Bläschen, die rasch aufplatzen. Es kommt dann zum für die Krankheit typischen gelben Schorf. Befallen sind in der Regel Kopf, Gesicht und/oder Extremitäten.

B-Sonographie

siehe: Ultraschalldiagnostik

Botulinum-Toxin

Botulinum-Toxin, besser bekannt als Botox, ist ein Nervengift, das die Erregungsleitungen von Nerv zu Muskel hemmt und so die Kontraktion des Muskels verringert und damit die Mimik entspannt.

Burkitt-Lymphom

Als Burkitt-Lymphom bezeichnet man einen bösartigen, schnell wachsenden Tumor, der bevorzugt in den Lymphknoten auftritt.



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C

Cerumen - Ohrenschmalz

Ohrenschmalz (Zerumen, Cerumen) ist ein natürliches Sekret der Gehörgangshaut. Es stellt gleichsam ein "Schutzwachs" gegen das Eindringen von Keimen (Bakterien und Pilze) für den Gehörgang dar. Ohrenschmalz ist eine gelblich-bräunliche, fettige, bittere Absonderung der Ohrenschmalzdrüsen (Glandulae ceruminosae, modifizierte Schweißdrüsen; apokrine, tubuläre Knäueldrüsen) des äußeren Gehörgangs. Es ist zunächst dünnflüssig, trocknet durch Wasserverdunstung im Laufe der Zeit ein und bildet dann eine gelbliche bis dunkelbraune Masse. Genetisch bedingt exstistieren zwei Formen, eine trockene und eine feuchte Form. Der feuchte Typ ist hellbraun oder dunkelbraun und klebrig. Dieser Typ ist am weitesten verbreitet, da er genetisch dominant über die trockene Variante ist. Überwiegend durch das "Reinigen" der Gehörgangs mit Wattestäbchen wird das Cerumen zum Teil in die hinteren Abschnitte des Gehörgangs geschoben und der natürliche Abfluss nach Außen somit gestört. Überwiegend durch diese überflüssige falsch verstandene "Hygienemassnahme" entstehen sogenannte Ohrschmalzpfröpfe, Entzündungen und Manipulationsverletzungen. Ein Ohrschmalzpfropf macht zudem die Untersuchung des Ohres unmöglich. Die Entfernung von Cerumenpfröpfen wird von Kindern als äußerst unangenehm empfunden und löst sponane Abwehrbewegungen aus, die zu erheblichen Verletzung durch das Untersuchungsinstrument führen können. Liegt kein akutes Krankheitsbild vor, erfolgt daher das Auflösen des Ohrenschmalzes zu Hause mittels geeigneter Tropfen, die in den Gehörgang eingegeben werden. Die eigentliche Untersuchung kann dann aufgeschoben werden.

Chronisches Erschöpfungssyndrom

Das Chronische Erschöpfungssyndrom (CFS – Chronic fatigue syndrome) ist eine chronische Krankheit, die häufig zur Behinderung führt. Sie ist charakterisiert durch eine lähmende geistige und körperliche Erschöpfung/Erschöpfbarkeit sowie durch eine spezifische Kombination weiterer Symptome. Dazu gehören neben der chronischen Erschöpfung unter anderem Kopfschmerzen, Halsschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, nicht erholsamer Schlaf, Empfindlichkeiten der Lymphknoten sowie eine anhaltende Verschlechterung des Zustands nach Anstrengungen. Häufig kann eine Störung der Neurotransmitter-Balance diagnostiziert werden.

Cholesterin

Cholesterin, Cholesterol: ein Lipid (fettähnliche Substanz), das im menschlichen Organismus frei und in Form von Cholesterin-Estern vorkommt. Cholesterin stellt eine Vorstufe der Gallensäuren und der Steroidhormone dar, ist wesentlicher Bestandteil der Zelmembran und der Myelinscheide. Es ist besonders angereichert in Nebenneren, Hirn, Haut, Milz, Ovar, Serum, Erythrozyten. Krankhaft vermehrt fidet sich Cholesterin in verfetteten Organen, Artheroskleroseherden, Gallensteinen und bei Hypercholesterinämie (erhöhte Cholesterinwerte im Blut)

Computer-Tomographie (CT)

Die Computer-Tomographie ist ein röntgendiagnostisches bildgebendes Verfahren, bei dem das zu untersuchende Organ schichtweise durchstrahlt wird und die Ergebnisse auf dem Bildschirm sichtbar sind.

Concha

Concha (latein.=Muschel). Medizinisch: Concha auricularis für Ohrmuschel. Concha nasales für Nasenmuschel, die von Scleimhaut überzogene, etwa horizontale, knöcherne Vorragungen der seitlichen Nasenwand, die die innere Nasenschleimhautoberfläche vergrößern (Anwärmung, Befeuchtung, Reinigung der Atemluft).

CPAP Schlaf-Atemmaske

siehe hier: CPAP Schlaf-Atemmaske



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D

Desoxyribonukleinsäure (DNA)

Die Desoxyribonukleinsäure (Des|oxy|ribo|nukle|in|säure; kurz DNA oder DNS) ist ein in allen Lebewesen und DNA-Viren vorkommendes Biomolekül und die Trägerin der Erbinformation. Sie enthält unter anderem die Gene, die für Ribonukleinsäuren (RNA, im Deutschen auch RNS) und Proteine codieren, welche für die biologische Entwicklung eines Organismus und den Stoffwechsel in der Zelle notwendig sind.

Detritus

Detritus: (lat. „Abfall") breiige oder krümelige Überreste zerfallener Gewebe- und Zellteile, z.B. in Nekrosen oder als Abszeßinhalt.

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)

Der Diabetes mellitus oder die Zuckerkrankheit ist die Bezeichnung für eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten und beschreibt deren ursprüngliches Hauptsymptom: Ausscheidung von Zucker im Urin. Nach wissenschafltichen Erkenntnissen ist die Diabetes eine vielfach genetisch bedingte Erkrankung unter anderem eine spezielle Mutation am 6. Chromosom. Neben dieser genetischen Veränderung, gibt es mindestens 20 weitere Polymorphismen, die für die Ursache von Diabetes verantwortlich in Verdacht sind. Charakteristische Symptome sind Gewichtsabnahme innerhalb kurzer Zeit, ständiges Durstgefühl und vermehrtem Wasserlassen. Allgemeine Symptome wie Müdigkeit und Kraftlosigkeit, Sehstörungen und Konzentrationsstörungen sind ebenfalls nicht ungewöhnlich. Liegt häufig und über eine längere Zeit ein zu hoher Zuckerwert im Blut vor, führt dies über eine Verzuckerung von Eiweißen (stellen Sie sich einfach Zuckerwatte vor) zu einem Nachlassen der Elastizität unserer Gefäße. Dies wiederum verstärkt den Bluthochdruck. Diabetes mellitus kann so zu einer Vielzahl von Folgeerkrankungen führen: Bluthochdruck, Herzinfarkt, Amputation von Gliedmaßen, Blindheit.

Diphtherie

Diphtherie ist eine hochansteckende lebensgefährliche Infektionskrankheit, die mit Hals- und Schluckbeschwerden sowie oft bellendem Husten einhergeht. Sie wird durch den Erreger Corynebacterium diphtheriae ausgelöst, der eine hochgiftige Substanz abgeben kann. Entzündungen der Lunge, der Nerven und des Herzmuskels zählen zu den häufigen Komplikationen. Ein Impfschutz steht zur Verfügung. Aufgrund der hohen Durchimpfungsrate und des hohen Hygienestandards gibt es in Deutschland kaum noch Fälle, aber gerade in Osteuropa erkranken immer wieder Menschen.



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E

EBNA-1

Als EBNA-1 bezeichnet man das Epstein-Barr Kern-Antigen.

Elektrochirurgie

Oberbegriff für Galvanokaustik und Diathermie.

Elektrokoagulation

sog. "Kaltkaustik" zur operativen Zerstörung umschriebener Gewebebezirke durch Hochfrequenzstrom. Wird angewendet zur Blutstillung, Verschorfung und Stichelung.

Elektromyografie (EMG)

Im Rahmen der Elektromyografie wird die Aktivität einzelner Muskeln untersucht und in einem Elektromyogramm aufgezeichnet. Für die Untersuchung wird eine dünne Spezialnadel in den Muskel gestochen. Die Elektromyografie zeigt, wie ein Muskel willkürlich aktiviert werden kann und wie er auf ein elektrisches Signal eines in der Nähe liegenden Nervs reagiert, d.h. ob der Muskel selbst oder der ihn versorgende Nerv geschädigt ist.

Elektroneurografie (ENG)

Die Elektroneurografie (ENG) ist eine Untersuchung der Nervenleitung. Mit ihr lässt sich die Geschwindigkeit bestimmen, mit der ein Nerv elektrische Signale weiterleitet. Anhand dieser gemessenen Nervenleitgeschwindigkeit kann der Arzt erkennen, ob ein Nerv geschädigt ist oder nicht.

ELISA-Methode

ELISA ist eine Abkürzung für enzyme-linked immuno sorbent assay. Im Namen wird schon ein wenig über die Technik verraten. ELISA kann mit Hilfe einer enzymvermittelten Reaktion die Wechselwirkung von Antigen (z. B. Krankheitserreger) und Antikörper (Immunglobuline) nachweisen. Durch diesen Test kann man z. B. feststellen, ob und wieviele Antikörper ein Mensch gegen eine bestimmte Infektion gebildet hat. Das ELISA Verfahren ist das am häufigsten angewandte und am besten technisierte Untersuchungsverfahren. Man kann es sehr genau auf die jeweilige Fragestellung ausrichten. Mit ELISA lassen sich Proteine, Hormone, Antikörper, Tumormarker, Viren und Pharmaka im Serum feststellen. Man kann Frühantikörper (IgM) genau so exakt bestimmten, wie spezifische Antikörper (IgG). Man kann es zur Allergieuntersuchung (IgE) einsetzen oder auch die Gesamtmenge eines bestimmten Antikörpers feststellen. Das kann z. B. hilfreich sein, wenn man feststellen will, ob eine Auffrischungsimpfung notwendig ist. Das Antigen selbst, z. B. das FSME Virus, läßt sich allerdings mit diesem Verfahren nicht nachweisen.

Empathie

Empathie (Einfühlungsvermögen) ist die Fähigkeit, sich in die Gedanken, Gefühle und das Weltbild eines anderen Menschen hineinzuversetzen. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort "empatheia" für "Einfühlung" ab. Empathie impliziert, Gedanken und Gefühle des Anderen so weit wie möglich zu erkennen und aus dem Weltbild (d.h. der Sichtweise und Perspektive) des Anderen zu interpretieren.

Entzündungen

Eine Entzündung ist eine charakteristische Antwort von biologischem Gewebe auf einen äußeren oder innerlich ausgelösten Reiz mit der Funktion, den Schädigungsreiz zu beseitigen oder zu reparieren. Chronische Entzündungen haben eine direkte Auswirkung auf die Lebenserwartung. Eine Entzündung kann in einem umschriebenen Gebiet oder als systemische Entzündungsreaktion vorliegen, sie geht einher mit charakteristischen Veränderungen auf molekularer Ebene. Zunächst kommt es zu Aktivitätsänderungen in bestimmten zellulären Signalwegen, die wiederum zu spezifischen Änderungen des Genexpressionsmusters führen. Chronische Entzündungen haben eine direkte Auswirkung auf die Lebenserwartung. Durch Beobachtungen auf Sardinien, wo es besonders viele über hundertjährige Männer gibt - konnte eine Genvariante gefunden werden, ein so genanntes Langlebigkeitsgen. Arteriosklerose und chronische Entzündung wie Arthritis, Hepatitis führen zu Veränderungen an Gefäßen, an Organen, an Gelenken. Viele Alterungsprozesse hängen mit Entzündungsreaktionen zusammen. Dies belastet den Körper. Männer, die dieses Langlebigkeitsgen in sich tragen, sind besonders gut in der Lage Entzündungen im Körper zu beherrschen.

Enzephalitis

Eine Enzephalitis ist eine Entzündung des Gehirns, die meist durch Viren hervorgerufen wird.

Epidemie

Tritt eine Erkrankung örtlich und zeitlich stark gehäuft auf, spricht man von einer Epidemie. Trifft beispielsweise eine neue Variante des wandelbaren Influenza-Virus auf eine Bevölkerungsgruppe, die noch keine Abwehr gegen diesen bestimmten Erreger aufgebaut hat, kann diese Variante sich schnell verbreiten. Die Ausbreitung stoppt erst, wenn der Erreger Menschen befällt, die z.B. aufgrund einer Grippe-Schutzimpfung Antikörper dagegen gebildet haben.

Epistaxis

Epistaxis (griech.=„tröpfeln“, „Darauftröpfeln“) ist das medizinische Fachwort für Nasenbluten. Nasenbluten ist zwar in den meisten Fällen nicht gefährlich, es kann jedoch auch lebensbedrohlich und kaum zu beherrschen sein. Gefährliche Blutungen stammen meist aus den hinteren Nasenabschnitten (Arteria ethmoidalis anterior).

Erektile Funktionsstörungen

siehe hier unter: "Schnarchen und erektile Funktionsstörungen".

Erysipel

siehe unter: Wundrose





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F

Fazialislähmung

Die idiopathische Fazialisparese wurde erstmals 1827 von dem Londoner Arzt Charles Bell an sich selbst beschrieben und wird daher auch Bellparese oder Bellsche Lähmung genannt. Als idiopathisch bezeichnet man einen Krankheitszustand, der ohne erkennbare Ursache entstanden ist. Eine Fazialisparese oder Bell´sche Lähmung ist eine Lähmung des Nervus facialis (N.VII) und damit der von diesem versorgten Gesichtsmuskulatur. Unterschieden wird die periphere Fazialisparese: meist ideopathisch bedingte Schädigung im Nervenkern bzw. im Nerv selbst. Symptome meist einseitige Unfähigkeit (durch Lähmung) oder Einschränkung des Stirnrunzelns, Augenschlusses, des Zähnezeigens, Mundspitzens und des Pfeifens. Schwierigkeiten beim Trinken aus der Tasse. Bei der zentralen Fazialisparese besteht eine Lähmung v.a. im Mundbereich (Stirnrunzeln meist möglich).

Felsenbein

Das Felsenbein sieht pyramidenförmig aus und ist ein Knochenabschnitt an der Basis des Schädelbeins. Es enthält das Innenohr und gehört anatomisch zur Schädelbasis.

Fensterung

Fenestra (latein.=Fenster) ist eine natürliche oder operativ angelegte fensterartige Öffnung in einer Organwand

Fettstoffwechselstörung

oder Lipidstoffwechselstörung, medizinisch "Hyperlipoproteinämie", ist eine Störung im Rahmen einer Gesamtfettstoffwechselstörung bzw. eines gestörten Fettaubbaus (z.B. bei Gallemangel). Fettstoffwechselstörungen können zur Arteriosklerose führen. Auch diese Verkalkung der Gefäße, schränkt deren Elastizität ein. Sie kann die Gefäße verengen und unter anderem die Herzkranzgefäße betreffen. Überall dort wo eine Arteriosklerose vorliegt ändert sich der Blutfluss in den Gefäßen. Es kann zu Thrombosen kommen, also akuten Verschlüssen der Gefäße. Eine Normalisierung des Fettstoffwechsels gilt als eine der am besten evaluierten Massnahmen zur Vorbeugung einer Arterosklerose.

Fibrinogen

ist der "Faktor I" der Blutgerinnung, ein löslicher Eiweisskörper. Eine Erhöhung im Serum (Hyperfibrinogämie) ist Zeichen für Infektion, Tumoren, Gefahr von Thrombosebildung. Verminertes Serumfibrinogen bei schweren Leberschäden.

Fieber

siehe unter: Fieber

Früh(jahr)-Sommer-(Meningo-)Encephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME, engl. tick-borne encephalitis, TBE, Frühsommer-Meningitiserkrankung) ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Erkrankung, die mit grippeähnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer Meningoenzephalitis, der Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten, verläuft. Bei dem Großteil der Patienten treten bei einer Infektion jedoch keine Krankheitszeichen auf. Übertragen wird die Krankheit durch den Stich einer infizierten Zecke in Risikogebieten, hauptsächlich durch Ixodes ricinus, dem gemeinen Holzbock. Eine ursächliche Behandlung der FSME ist nicht möglich. Neben allgemeinen Schutzmaßnahmen wie dem Absuchen des Körpers nach einem Waldbesuch kommt die aktive Impfung als vorbeugende Maßnahme in Frage. Sie wird für alle Personen, die sich in Risikogebieten aufhalten, empfohlen. Der direkte und indirekte Nachweis des FSME-Erregers ist meldepflichtig.



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G

Gehörgangsentzündug

Entzündung des äußeren Gehörgangs (Otitis externa) mit starken Schmerzen in Ohrmuschel und Gehörgang, Druckschmerzhaftigkeit des Tragus als umschriebene Entzündung (Otitis externa circumscripta = Gehörgangsfurunkel) oder diffusa , z.B. bei Ekzem, Trauma, Fremdkörper, Mittelohreiterung mit zirkulärer stenosierender Schwellung , Hörminderung, Schmerzen bei Kauen und Sprechen, evtl. Juckreiz.

Gen (Plural: Gene

Ein Gen ist ein Abschnitt auf der Desoxyribonukleinsäure (DNA), der die Grundinformationen zur Herstellung einer biologisch aktiven Ribonukleinsäure (RNA) enthält. Bei diesem Herstellungsprozess (Transkription genannt) wird eine Negativkopie in Form der RNA hergestellt.

Geruchssinn

Sinnessystem, das mit Hilfe des Geruchsorgans der Wahrnehmung und Empfindung von Duftstoffen dient, im Dienste der Umweltorientierung und Nahrungsbeurteilung, aber auch bei der Partnerwahl und ist eng verknüpft mit dem limbischen System.

Geschmackssinn

Sinnessystem zur Wahnehmung von gustativen = Geschmacksreizen und zur Empfindung der Geschmacksqualitäten in den Geschmacksknospen der Zunge. Folgende Nerven sind am Geschmackssin beteiligt: N.X und N.IX, Chorda tympani. Geschmacksqualitäten: bitter, sauer, salzig, süss und unami.

Gleichgewichtssinn

Sinnessystem im Dienste der Gleichgewichtsempfindung und -regulation der Körpergleichgewichtserhaltung im Raum unter Bezug auf die Schwerkraft. Zum Gleichgewichtssystem zählen vier, ein netzwerkbildendes Organe und Strukturen: 1. das Gleichgewichtsorgan (Vestibularorgan im Innenohr), 2. die Augen, 3. Haut, Gelenke, Muskeln und Sehnen (deren Sensoren für Tast- und Tiefensinn ununterbrochen ihre Impulse an die Schaltzentrale melden.) Eine herausgehobene Bedeutung kommt hier der Halswirbelsäule zu. 4. Das Gehirn: Die Schaltzentrale sitzt in einem Kerngebiet im Hirnstamm. (verarbeitet, kontrolliert und koordiniert alle Informationen und Bewegungen). Damit dies reibungslos funktionieren, müssen alle Teile des Gleichgewichtssystems und das Gehirn insgesamt gut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, d.h.Blutfluss und Stoffwechsel müssen intakt sein.

Glucosetoleranz

ist die Fähigkeit, die Zufuhr einer definierten Menge von Glucose ohne Auftreten von krankhaften Blut- und Harnzuckerwerten zu regeln.

Glucosetoleranztest (oGTT

Der orale Glucosetoleranztest (oGTT) prüft nach Zufuhr einer definierten Menge Glucose die Funktion der Blutzuckerregelung. Dabei werden Störungen der sog. Glucosetoleranz bzw. der Insulinresisten aufgedeckt, die lange bevor ein Diabetes mellitus in Erscheinung tritt.

Glukokortikoide

Glukokortikoide wie Kortison oder Cortisol zählen zu den Steroidhormonen, die vom Körper in der Nebennierenrinde gebildet werden. Sie wirken entzündungshemmend und werden deshalb z.B. bei allergischem Schnupfen oder Asthma bronchiale angewendet.



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H

Halswirbelsäule (HWS)

oberster und beweglichster Wirbelsäulenabschnitt, auf dem der Kopf ruht. Besteht aus Atlas, Axis und 5 weiteren Wirbeln (Vertebrae cervicales). Wird zum Gleichgewichtssystem gerechnet. Veränderungen der HWS durch Degeneration oder Unfälle führen zu erheblichen Beschwerden: Kopfschmerzen, Schwindel, Tinnitus, Innenohrschwerhörigkeit, Migräne, Sehstörungen.

Hashimoto Thyreoiditis

Autoimmunerkrankung der Schilddrüse (Immunthyreoiditis), meist bei Frauen.

H1- und H2-Blocker

siehe Antihistaminikum

Hemilaryngektomie

Halbseitige Entfernung des Kehlkopfes bei streng einseitiger Krebsgeschwulst des Kehlkopfs

Hirnhautentzündung

Eine Hirnhautentzündung (Meningitis) ist eine Entzündung der weichen Hirnhäute. Die weichen Hirnhäute sind die Bindegewebsschichten, die das Hirn umgeben und in die Rückenmarkshaut übergehen, die wieder herum Teile des Zentralen Nervensystems schützt.

Hirnnerven

Als Hirnnerven werden die Nerven bezeichnet, die direkt aus spezialisierten Nervenzellansammlungen (Hirnnervenkerne) im Gehirn entspringen, die meisten davon im Hirnstamm. Die anderen Nerven des Körpers entspringen dem Rückenmark. Eine Ausnahme bildet der Nervus accessorius. Er gilt als Hirnnerv, obwohl er zum Teil dem Rückenmark entspringt. Die ersten beiden Hirnnerven (Riechnerv und Sehnerv) sind keine peripheren Nerven, sondern Teile des Gehirns, sie werden aufgrund der traditionellen Sicht dennoch weiterhin als Hirnnerven bezeichnet. Ein Hirnnerv kann alle unterschiedlichen Faserqualitäten führen: somatomotorische, somatosensible und vegetative Fasern. Die Hirnnerven versorgen Kopfbereich, den Hals und mit parasympathischen Fasern auch die Organe im Rumpfbereich. Es gibt zwölf paarige, also jeweils beidseitig angelegte Hirnnerven. Die Nummerierung erfolgt mit römischen Zahlen von oben nach unten, entsprechend der Austrittsstelle der Nerven am Gehirn. Die Klassifikation wurde 1788 von Samuel Thomas von Soemmerring in seiner Schrift Vom Hirn und Rückenmark eingeführt. Die 12 Hirnnerven mit ihren Nummerierungen, Namen und Hauptaufgaben sind:
I: Nervus olfactorius: Riechen
II: Nervus Opticus: Sehen
III, IV, VI: Nervus oculomotorius, trochlearis, abducens: Augenbewegung und Pupillenmotorik
V1-3: Nervus trigeminus: Gesichtssensibilität
VII: Nervus facialis: Mimik
VIII: Nervus vestibulo cochlearis: Hören und Gleichgewicht
IX: Nervus glossopharyngeus: Schlucken
X: Nervus vagus: Parasymphatikus (Ruhenerv) und Stimmritzenöffnung
XI: Nervus accessorius: Kopfdrehung und Schulterhebung
XII: Nervus hypoglossus: Zungenbewegung

Histamin

Histamin ist ein Gewebshormon, das vielfältige Funktionen hat. Vor allem bei der Abwehr körperfremder Stoffe spielt Histamin eine zentrale Rolle, gleichzeitig fungiert es im Gehirn als Botenstoff. Bei Menschen mit einer Allergie führt eine Überproduktion von Histamin zu Entzündungsreaktionen.

Histologie

Histologie ist die Wissenschaft vom biologischen Gewebe. Bei einer histologischen Untersuchung wird beispielsweise festgestellt, ob ein Tumor gut- oder bösartig ist.

HLA-Autoimmunantikörper

Die Charakterisierung der humanen Leukozyten-Antigene (HLA) ist für die Frühdiagnostik, bzw. Diagnosesicherung bestimmter Krankheiten sowie besonders im Rahmen der Transplantation von entscheidender Bedeutung, da eine Kompatibilität der HLA-Merkmale zwischen Spender und Empfänger über den klinischen Verlauf nach erfolgter Transplantation entscheidet.

Hirnstommessungen

siehe: BERA

Histologie

Die Histologie (von gr. histos „Gewebe“ und logos „Lehre“) ist die Wissenschaft von den biologischen Geweben und somit Teilgebiet der Medizin und Biologie, genauer der Anatomie und der Pathologie.Wissenschaft und Lehre vom Feinbau und der Funktion der Körpergewebe. Zu den Aufgaben der Histopathologie gehört die Frühdiagnose von Tumoren (z. B. Magenbiopsie), Klassifizierung von Tumoren (gut-/bösartig), Nachweis von Stoffwechselerkrankungen, parasitären, bakteriellen, entzündlichen Erkrankungen, Hilfestellung zur Therapiewahl und vieles mehr.

Hitze-Tipps

siehe unter: Sommerhitze: 10 Tipps, was Experten raten...

Hörbereich

Für das menschliche Ohr beträgt der Hörbereich im Kindes- und Jugenalter zwischen 16 Hz und 20 kHz. Mit zunehmendem Alter wird das Hörvermögen in den hohen Frequenzen abgebaut. Der Hauptbereich zum guten Verständnis von Sprache liegt zwischen 1000 bis 4000 Hz.

Hörkurve

siehe Audiogramm

Hörschwelle

die geringste noch wahrnehmbare Schallintensität.

Hörsturz

plötzlich auftretende Innenohrschwerhörigkeit bis Ertaubung, mit oder ohne Tinnitus und Schwindelgefühl. Ursache derzeit ideopatisch = unbekannt, obwohl akuter Stress als häufig beobachtet wird.

Hörzellen

Hörzellen oder Corti Harzellen sind die mit Zilien versehenen Sinneszellen, die zwischen den Stützzellen des Corti Organs des Innenohres sitzen.

Hormone

(griech.=hormeo = antreiben) sind Signalstoffe, die in spezialisiert, mit dem Blut- und Lymphstrom verbundenen Zellen bzw. Geweben (meist endokrinen Drüsen gebildet werden und - ohne selbst verbraucht zu werden - in kleinsten Mengen wichtige Stoffwechselabläufe beeinflussen. Hormone werden von speziellen hormonproduzierenden Zellen gebildet: Diese finden sich in Drüsen, in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), der Zirbeldrüse, der Schilddrüse, der Nebenniere, den Langerhans’schen Inselzellen der Bauchspeicheldrüse. Einige Hormone werden auch von Nervenzellen gebildet, diese nennt man Neurohormone oder Neuropeptide. Hormone des Magen/Darm-Traktes finden sich verteilt in den Krypten. Zudem werden in der Leber Vorstufen des Angiotensins gebildet. Geschlechtshormone werden von spezialisierten Zellen der weiblichen oder männlichen Geschlechtsorgane gebildet: Theca- und Granulosa-Zellen bei der Frau und Leydig-Zellen beim Mann.

Hormonersatztherapie (HRT)

Unter Hormonersatztherapie (engl.: HRT = Hormone Replacement Therapy) wird heute die Behandlung von klimakterischen Bescherden bei der Frau verstanden. Die Wechseljahre waren vor 100 Jahren noch kein großes Problem. Frauen wurde damals im Schnitt nur 46 Jahre alt. Frauen werden heute fast doppelt so alt. Im Rahmen einer Hormonersatztherapie soll durch die Ergänzung der weiblichen Hormone, die der Körper in den Wechseljahren nicht mehr in ausreichendem Maße produzieren kann, der Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht gebracht werden. Dies kann jedoch auch ein begünstigte Faktoren für den Brustkrebs darstellen. Um dieses Risiko weitestgehend zu minimieren geht man zunehmend von der oralen zur transdermalen Applikation über.

HWS-Syndrom

von der Halswirbelsäule ausgehende oder den HWS-Bereich betreffende Beschwerden, z.B. aufgrund degenerativer Wirbelsäulenbeschwerden oder statisch- muskulär bedingter Störungen

Hodgkin-Krankheit

Das Hodgkin-Lymphom ist ein bösartiger Tumor des Lymphsystems.

hyperplastisch

Hyperplasie bedeutet Gewebezunahme durch vermehrte Zellteilung.

hyperreflektorische Rhinitis

Eine unspezifische nasale Hyperaktivität (hyperreflektorische Rhinitis) verursacht ähnliche Beschwerden wie ein allergischer Schnupfen, wird allerdings durch eine gestörte Funktion und Reaktion in Teilen des Nervensystems verursacht. Auslöser können unspezifische Reize wie Kälte, Alkohol usw. sein.

hypertrophisch

Hypertrophie bedeutet Gewebezunahme durch Zellvergrößerung.

Hyposensibilisierung

Bei der Hyposensibilisierung handelt es sich um eine Allergieimpfung, bei der die übermäßige Reaktion des Körpers auf den auslösenden Stoff verringert werden kann.

Hypothalamus

Der Hypothalamus ist eine wichtige „Schaltzentrale" unseres Körpers. Er ist ein Gehirnbereich im Zwischenhirn und befindet sich unterhalb (=hypo) des Thalamus, dem größten Bereich des Zwischenhirns. Der Hypothalamus koordiniert als übergeordnetes Zentrum Wasser-, Salzhaushalt und Blutdruck. Er sorgt dafür, dass unsere Körpertemperatur konstant bleibt und regelt die Nahrungsaufnahme. Der Hypothalamus beeinflusst unser Gefühls- und Sexualverhalten und bestimmt, wann wir schlafen und wann wir wach sind. Außerdem ist er ein wichtiges Steuerorgan innerhalb des Hormonsystems, denn er reguliert, wann welche Menge eines Hormons gebildet wird.

Hyperakusis

krankhaftes Hören im Sinne einer Übersteigerung der Hörschärfe.

Hypertonie, Hypertonus

erhöhter Blutdruck, krankhafte Bluthochdruck führt unbehandelt zum Hirninfarkt (Apoplexie).

Hypotonie

Erniedrigung des Blutdrucks unter die Norm von 105/60 mm Quecksilbersäule (Hg).



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I

Idiopathische Fazialisparese (Bellparese)

siehe unter: Fazialislähmung

Immunglobuline

Ig, Gammaglobuline sind Antikörper (Plasmaproteine) zur körpereigenen Abwehr, die von Plasmazellen gebildet werden. Man unterscheidet die wichtigen Klassen: IgG, IgM, IgA, IgD und IgE.

Impfpass

Ein vom Impfarzt oder von einer offiziellen Impfstelle beglaubigter schriftlicher Nachweis über durchgeführte Impfungen mit Angabe des Zeitpunktes der Impfung.

Impfschutz

die durch Impfung erzielte spezifische Immunität. Ein unzureichender Impfschutz nach Basisimpfung wird durch Mehrfachgabe des Impfstoffes verstärkt. Ein durch Titerverlust nachlasender Impfschutz kann durch Auffrischung schnell wiederhergestellt werden. (Booster-Effekt)

Inkubationszeit

Als Inkubationszeit bezeichnet man den Zeitraum von der Ansteckung mit dem Erreger (Infektion) bis zum Auftreten der ersten Symptome.



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K

Kernspintomographie

siehe: MRT, Magnetresonanztomographie

Kinder-Audiometrie

Grundlage der kindlichen Hördiagnostik sind – neben den Fortschritten der objektiven Audiometrie (OAE, BERA) auch subjektive Prüfverfahren, die am so genannten "Mainzer Kindertisch", d.h. einer kindgerechten Untersuchungseinheit mit Freifeld-Lautsprechern, durchgeführt werden. Dabei kommen unterschiedliche audiometrische Verfahren zur Anwendung: · Zuwendungsaudiometrie (ab 4.-6. Lebensmonat) · Spielaudiometrie (ab 2. Lebensjahr) · Kindersprachtests (ab 3. Lebensjahr)

Kortikosteroide

Corticosteroide (lat. cortex = Rinde; gr. stereos = fest), kurz Corticoide oder Cortine, veraltet Kortikosteroide bzw. Kortikoide, sind eine Gruppe von ca. 50 in der Nebennierenrinde (NNR) gebildeten Steroidhormonen sowie chemisch vergleichbare synthetische Stoffe. Alle Corticoide entstehen dabei aus dem Ausgangsstoff Cholesterin. Gemeinsames Grundgerüst der Hormone ist das Progesteron. Das Grundgerüst aller Corticoide ist das Progesteron. Die Corticosteroide lassen sich nach ihrer biologischen Wirkung bzw. ihrem Bildungsort in drei Gruppen einteilen: * Mineralocorticoide (Hauptvertreter Aldosteron), werden in der Zona glomerulosa der Nebennierenrinde gebildet und beeinflussen vorwiegend den Kalium-Natrium-Haushalt und damit den Wassergehalt des Körpers. * Glucocorticoide (Hauptvertreter Cortisol) werden in der Zona fasciculata der Nebennierenrinde gebildet. Sie vermitteln wichtige Wirkungen im Glucose-, Lipid- und Proteinstoffwechsel. * Androgene (Hauptvertreter Dehydroepiandrosteron (DHEA)) und Estrogene werden in der Zona reticularis der Nebennierenrinde gebildet. Zu den natürlichen Glucocorticoiden gehören Cortison, Corticosteron und Cortisol; zu den Mineralocorticoiden das Aldosteron und Desoxycorticosteron. Synthetische Corticoide sind z. B. Prednison und Prednisolon, Methylprednisolon, Triamcinolon, Dexamethason, Betamethason und Paramethason.

Kortison

Kortison ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Es wird in der Leber zu Kortisol umgewandelt und beeinflusst zahlreiche Stoffwechselprozesse. In der Pharmazie wird es künstlich hergestellt und hat entzündungshemmende sowie das Immunsystem unterdrückende Wirkung. Seine Sekretion wird angeregt durch Corticotropin, sie ist erhöht bei Cushing-Syndrom und STRESS!



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L

Labyrinthitis

umschriebene (bei Bogengangsfisteln) diffuse "Innenohrentzündung". Auslöser durch Toxineinwanderung v.a. bei Mittelohrentzündung (Otitis media), Meningitis, Scharlach- oder Diphtherie-Otitis, Cholesteatom, Trauma mit Infektion, schwere Allgemeinerkrankung u.a.m.. Symptome: Schwindel, Erbrechen, Ertaubung, Reiznystagmus zur erkrankten Seite, Ausfallnystagmus zur gesunden Seite, Gefahr meningealer und zerebraler Komplikationen.

Laryngitis

Kehlkopfentzündung insbesondere der Schleimhaut einschließlich der Stimmlippen (Chorditis)

Laryngotracheobronchitis

meist durch Viren verursachte Entzündung von Kehlkopf, (Laryngitis), Luftröhre (Tracheitis) und Bronchien (Bronchitis). Oft mit bakterieller Sekundärinfektion (Bronchiolitis, Bronchopneumonie).

Laryngoskopie

Kehlkopfuntersuchung mittels Kehlkopfspiegel bzw. einem starren oder flexiblen Laryngoskop.

Laser

Lichtverstärkung (UR-, UV-sichtbares Licht) durch induzierte Emission (engl.: Light Amplification by Stimulated Emission of Radiation). Lasergeräte gibt es als Festkörper-, Rubin-, Argon-, Xenon-, CO2-, Neodym-(YAG-)Laser.

Leukopenie

Als Leukopenie bezeichnet man die Verminderung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) auf unter 4000/mm³.

Leukozytose

Als Leukozytose bezeichnet man die Vermehrung der Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozyten) auf über 10.000/mm³.

Leukämie

Leukämie ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems, die sich vor allem durch stark vermehrte Bildung von weißen Blutkörperchen (Leukozyten) auszeichnet. Sie wird auch als Blutkrebs bezeichnet.

Limbisches System

Als limbisches System wird eine Funktionseinheit des Gehirns bezeichnet, die im Zusammenspiel mit anderen Gehirnregionen vor allem der Verarbeitung von Emotionen und der Entstehung von Triebverhalten dient. Hier werden u.a. auch Endorphine (körpereigene Morphine) ausgeschüttet. Einige Krankheiten lassen sich auf Störungen des limbischen Systems oder der Amygdala zurückführen, so vermutlich die Unfähigkeit, emotionale Situationen einschätzen zu können; Gedächtnisstörungen; Posttraumatische Belastungsstörungen; Narkolepsie; Autismus; Depressionen; Phobien und das Urbach-Wiethe-Syndrom.

Lyell-Syndrom

Als Lyell-Syndrom oder auch „Syndrom der verbrühten Haut" bezeichnet man eine sehr gefährliche allergische Reaktion auf Medikamente, die durch blasige Ablösung der Haut gekennzeichnet ist.

Lymphome

Als Lymphome bezeichnet man tumorartige Geschwülste aus veränderten weißen Blutkörperchen (Lymphozyten).



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M

Mainzer Kindertisch

Kinder wollen spielen. In der Spielaudiometrie am s.g. Mainzer Kindertisch werden das Richtungshören und die Hörschwelle mit Hilfe altersentsprechender akustischer Reize spielerisch überprüft.

Malignom

bösartige Geschwulst

Mandelentzündung

siehe unter: Tonsillotomie

Mastoid

zu deutsch "Warzenfortsatz" genannte knöcherne Struktur des Schädels hinter der Ohrmuschel tastbar. Besteht aus einem System von durch Knochenbälkchen gebildeten mit Schleimhaut ausgekleideten luftgefüllten Zellen, die Verbindung zum Mittelohr haben.

Mastoiditis

seröse bis eitrige Entzündung der Schleimhaut der pneumatischen Warzenfortsatzzellen (s. Mastoid). Meist bei akuter Mittelohrentzündung (Otitis mastoidea und Periostitis) oder als Exazerbation einer chronischen Mittelohreiterung, häufig gefolgt von eitriger Knocheneinschmelzung (Empyema mastoideum).

Mastzellen

2 Zelltypen, die reichlich Histamin und andere Entzündungsmediatoren enthalten und bilden, welche sie bei der allergischen Reaktion Typ I nach erfolgter IgE-Bindung freisetzen, wodurch sie klinische Symptome hervorrufen (s. Allergie). 1. Gewebsmastzelle, 2. Blutmastzelle (basophiler Granulozyt).

Mediastinitis

Eine Mediastinitis ist eine Entzündung des so genannten Mittelfells (Mediastinum), des Bindegewebes im Brustraum.

Menière´sche Erkrankung

Der französischen Arzt Prosper Menière (1799-1862) berichtete 1861 über eine junge schwerhörige Frau mit den zusätzlichen Symptomen Schwindel und Ohrgeräusch. Den Begriff "Menièresche Krankheit" prägte Adam Politzer in einer Veröffentlichung erstmals fünf Jahre nach Menières Tod (1867). Seither wird unter der "Menièreschen Trias" ein Krankheitsbild mit plötzlich einsetzendem Drehschwindel, Schwerhörigkeit und Tinnitus verstanden. Zusätzlich können oftmals Beschwerden wie Ohrdruck, Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerz oder schon vor Beginn des Anfalls schwankendes Hörvermögen hinzu kommen. Bei einigen Patienten treten die Schwindelattacken zeitlich deutlich früher auf als der Tinnitus oder die Entwicklung der Schwerhörigkeit und umgekehrt. Die "Menièresche Krankheit" ist von einigen berühmte Persönlichkeiten überliefert. Unter anderem sollen Julius Caesar, Martin Luther, Vincent van Gogh, Francisco de Goya und Jonathan Swift, die unter einem Morbus Menière gelitten haben.
Mehr über Entstehung und Behandlung lesen Sie hier

Mentale Balance

Stress und unbewältigte Konflikte sind ein wichtiger Alterungsfaktor. Nicht nur ausgewogene Ernährung und körperliche Fitness spielen daher eine Rolle im Kampf gegen den Alterungsprozess. Auch die mentale Balance ist von entscheidender Bedeutung.

Metabolisches Syndrom

Die Kombination von Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen wird metabolisches Syndrom genannt. Es wird heute als der entscheidende Risikofaktor für Herzkreislauferkrankungen angesehen, bis heute die häufigste Todesursache in Deutschland.

minimal-invasive Chirurgie

Die minimal-invasive Chirurgie (auch "Schlüsselloch-Chirurgie" genannt) ist eine an Bedeutung zunehmende Operationsmethode, die mit endoskopischen Techniken (ohne große Schnittverletzungen) z.B. in der Nasen-Nebenhöhlen-Chirurgie, Appendektomie, Gallenblasenchirurgie u.a.m.arbeitet.

Mittelohrentzündung

siehe: Oitis

Mononucleosis infectiosa

besser bekannt als Pfeiffer´sches Drüsenfieber ist eine akute fieberhafte Systemerkrankung des lymphatischen Gewebes durch das Epstein-Barr Virus.

Morbus Menière

siehe unter Menière´sche Erkrankung und weiteres durch klicken auf:
Menière´sche Erkrankung

Morbus Rendu-Osler

Morbus Rendu-Osler ist einer Erbkrankheit, bei der eine krankhafte Erweiterung der Blutgefäße vorliegt. Besonders häufig bilden sich Blutgefäßknötchen in der Nase, die platzen können. Die Folge ist ein gehäuftes und heftiges Nasenbluten (Epistaxis).

MRT, Magnetresonanztomographie

Die Magnetresonanztomographie (MRT, kurz auch MR; Tomographie von altgr. tome = „Schnitt“ und graphein = „schreiben“) ist ein bildgebendes Verfahren, das vor allem in der medizinischen Diagnostik zur Darstellung von Struktur und Funktion der Gewebe und Organe im Körper eingesetzt wird. Es basiert physikalisch auf den Prinzipien der Kernspinresonanzspektroskopie. Mit der MRT kann man Schnittbilder des menschlichen (oder tierischen) Körpers erzeugen, die eine Beurteilung der Organe und vieler krankhafter Organveränderungen erlauben. Die Magnetresonanztomographie basiert auf sehr starken Magnetfeldern sowie elektromagnetischen Wechselfeldern im Radiofrequenzbereich, mit denen bestimmte Atomkerne (meistens die Wasserstoffkerne/Protonen) im Körper resonant angeregt werden. Aufgenommen werden elektrische Signale der gleichen Frequenz, die die angeregten Atomkerne im Empfängerstromkreis induzieren. Im Gerät wird keine Röntgenstrahlung oder andere ionisierende Strahlung erzeugt oder genutzt. Eine wesentliche Grundlage für den Bildkontrast sind unterschiedliche Relaxationszeiten verschiedener Gewebearten. Daneben trägt auch der unterschiedliche Gehalt an Wasserstoff-Atomen in verschiedenen Geweben (z. B. Muskel, Knochen) zum Bildkontrast bei.

Mukoviszidose

Mukoviszidose oder auch zystische Fibrose ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. Bei Patienten, die unter Mukoviszidose leiden, sind die Sekrete im ganzen Körper zu zähflüssig, was zu großen Problemen z.B. bei der Verdauung (Bauchspeicheldrüse, Galle, Dünndarm) oder in den Atemwegen (Bronchien, Nase) führt.

Mumps

Mumps, auch Ziegenpeter genannt, wird durch das Mumps-Virus übertragen. Die Infektion löst eine lebenslange Immunität aus und gehört deshalb zu den klassischen Kinderkrankheiten. Als häufigste Symptome treten Fieber und eine starke, meist beidseitige schmerzhafte Schwellung der Ohrspeicheldrüse auf. Ein Impfschutz als Kombinationsimpfung steht zur Verfügung. Kleinkinder können ab dem vollendeten 11. Lebensmonat geschützt werden.

Muschelhyperplasie

Von einer Muschelhyperplasie wird gesprochen, wenn die Schwellkörper der Nasenmuscheln auf Grund von Reizungen, z.B. einer allergischen Entzündung sich soweit ausdehnen, dass eine Störung der normalen Nasenatmung und -belüftung resultiert.



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N

Nasenendoskop

Die Endoskopie der Nase ermöglicht eine exakte Untersuchung der Nasenhaupthöhlen auf krankhafte Veränderungen. Es können mit Hilfe der Nasenendoskopie kleinere chirurgische Eingriffe vorgenommen werden und der Zustand nach Nasen-Nebenhöhlen-Operationen kontrolliert werden.

Nasennebenhöhlen

siehe: hier

Nasenscheidewand-(Nasenseptum-)korrektur

Korrekturen der Nasenscheidewand werden durch die Nasenöffnungen durchgeführt. Die Operation wird heute ausschliesslich in Narkose durchgeführt. Als Zugangsweg wird im Naseninneren ein kleiner Hautschnitt angelegt, so dass von Außen keinerlei SChnitte oder spätere Narben sichtbar sind. Aufgrund der vielen Variationen einer Nasenscheidewand-Verbiegung unterscheiden sich auch die speziellen Techniken einer Korrektur. Grundsätzlich arbeitet der Operateur unter der Nasenschleimhaut, die schonend und soweit wie nötig vom Septumknorpel bzw. Septumknochen abgelöst wird, um an die verkrümmten Anteile der Nasenscheidewand zu gelangen. Diese werden herausgetrennt, begradigt und anschließend in korrekter Position wieder eingesetzt. Der Zugangsschnitt wird abschließend mit zwei sich nach 8 - 14 Tagen selbstauflösenden Hautnähten verschlossen. Weiche biegsame Silikonfolien werden in der Nase abschließend eingelegt und fixiert als Stützung der korrigierten Nasenscheidewand. Diese werden am zweiten Tag nach dem Eingriff wieder (schmerzfrei) entfernt.

Nasopharynx-Karzinom

Das Nasopharynx-Karzinom ist eine Krebserkrankung des Nasen-Rachen-Raums.

Neue Influenza

Die Neue Influenza („Schweinegrippe") wird durch das Influenza-Virus A/H1N1 ausgelöst. Diese pandemischen Influenza-Viren enthalten genetische Abschnitte von Influenza-Viren, die bei Vögeln, Schweinen und Menschen vorkommen. Sie werden wie alle Grippe-Erreger über Tröpfchen-Infektion, zum Beispiel beim Husten oder Niesen, weitergegeben. Die Verläufe sind insgesamt eher milder als bei einer saisonalen Influenza. Sie äußern sich durch einen akuten Krankheitsbeginn mit hohem Fieber, trockenem Husten, Atemnot, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Einige Schweinegrippe-Patienten klagen auch über Schnupfen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, Fieber trat nicht in allen Fällen auf. Vor allem Kinder (0-4 J.) und junge Erwachsene (20-30-Jährige) sind betroffen. Gerade junge Erwachsene mit einer Grunderkrankung und Schwangere erleiden auffallend oft Komplikationen.

Das Auftreten der Neuen Influenza beschränkt sich anders als die saisonale Grippe nicht nur auf die Wintermonate. Seit Herbst 2009 steht eine Schutzimpfung gegen die Neue Influenza zur Verfügung. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.



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O

Ohrenschmalz (Cerumen, Zerumen)

siehe unter "C" wie Cerumen

Ohrspeicheldrüse

Die Ohrspeicheldrüse (Parotis oder Glandula parotidea) ist die größte von den drei großen Kopfspeicheldrüsen. Sie liegt im Bereich des Unterkieferwinkels, unterhalb des Ohres und produziert dünnflüssiges Sekret (Speichel), das vorwiegend Kohlenhydrate zersetzt. Ihre bekannteste Erkrankung ist der Mumps oder Ziegenpeter. Selten entstehen im Drüsengewebe langsam wachsende Knoten, die mittels Sonographie als gutartige Tumoren erkannt werden können. Ein frühzeitige Entfernung dieser sogenannten Parotismischtumoren ist zu empfehlen, da sie grundsätzlich nach Jahren bösartig entarten können.

oral, peroral, per ors

(latein.: oral(is) = zum Mund bzw. zur Mundhöhle). Die Einnahme von Medikamenten durch den Mund (Schlucken) wird als "oral, peroral oder per os" bezeichnet.

Orbitalphlegmone

Eine Orbitalphlegmone ist eine bakterielle Entzündung der Augenhöhle (Orbita).

Osteoporose

Osteoporose (ein verstärkter Abbau von Knochensubstanz) ist eine der großen schmerzhaften altersbedingten Erkrankungen. Der Auf- und Abbau der Knochensubstanz wird unter anderem durch Östrogen und Testosteron (ein Sexualhormone, dass Frauen und Männer haben) gesteuert. Im Alter überwiegt mit dem Versiegen der Hormonausschüttung der Knochenabbau. Das führt zu einer Verringerung der Knochenstabilität, der Belastbarkeit und zu Knochenbrüchen. Das bekannte Kleinerwerden im höheren Lebensalter ist überwiegend auf stumme oder schmerzhafte Wirbelkörpereinbrüche - häufig nach Bagatelltraumen - zurückzuführen. Auch osteoporotisch bedingte Schenkelhalsfrakturen sind eine im höheren Alter gefürchtete Komplikation. Eine frühzeitige Diagnostik, z.B. durch eine Knochendichtemessung, ermöglicht die frühe Behandlung und das Vermeiden der gefürchteten Frakturen.

Ostium

(latein.) Öffnung, Mündung (Plural: Ostia, "eingedeutscht: "Ostien") spielen in der HNO-Heilkunde besonders im Bereich der Nasen-Nebenhöhlen (NNH) eine grosse Rolle, da sie die Nebenhöhlen mit den beiden Nasenhaupthöhlen verbinden. Sind die Eingänge zu den Nasennebenhöhlen anatomisch bedingt besonders eng, verschließen sie sich im Fall einer Erkältung schnell. Die Folge sind häufige Nebenhöhlenentzündungen. Die Ostien können operativ erweitert werden.

Ostiomeataler Komplex

Der ostiomeatalen Komplex steht im besonderen Fokus der Nasen-Nebenhöhlen-Chirurgie und bezeichnet das anatomische System der Öffnungen (Ostien) zu den Kieferhöhlen, den vorderen Siebbeinzellen und dem mittleren Nasengang. Dieses System bildet eine physiologische funktionelle Einheit.

Otitis

Entzündung des Ohres oder eine seiner anatomischen Strukturen. Man unterscheidet die Otitis externa (Entzündung des äußeren Ohres einschließlich des äußeren Gehörgangs), die Otitis media (Mittelohrentzündung) in ihrer akuten und chronischen Form.

Otoakustische Emissionen (OAE)

Otoakustische Emissionen (kurz: OAE) (griech. otos = Ohr) sind aktive, akustische Aussendungen des Ohres, die retrograd, d.h. entgegen der Richtung bei der Schallwahrnehmung, über den Weg Gehörknöchelchen und Trommelfell in den Gehörgang gelangen und dort mit Hilfe von hochempfindlichen Messmikrofonen aufgenommen werden können. Sie sind bei ca. 97% der Menschen nachweisbar.Die OAE werden im Innenohr von den äußeren Haarzellen erzeugt. Diese haben verschiedene Mechanismen, um sich zu verkürzen, damit die Basilarmembran aktiv und frequenzspezifisch vorgespannt werden kann. Diese Funktion führt zu einer Verstärkung des mechanischen Schallreizes, so dass bereits bei wenig Schallenergie die für die Reizweiterleitung auf den Hörnerven zuständigen inneren Haarzellen erregt werden. Die Aktivität der äußeren Haarzellen wird durch verschiedene Einflüsse vom Gehirn und Stationen der Hörbahn beeinflusst. Die aktive Anspannung der Basilarmembran erzeugt die akustische Energie, die als OAE messbar ist. Daher sind OAE nur bei gesunden Ohren nachweisbar, bei Veränderung oder Ausfall der Haarzellen bleiben die OAE aus.

Otoklisis

operative Korrektur abstehender Ohrmuscheln

Otomykose

Erkrankung des äußeren Gehörgangs durch im Ohr lebende, fakultativ pathogene Pilze.

oto-sino-bronchiales Syndrom

rezidivierende katharrhalische Entzündung der oberen Luftwege mit Bronchopneumonie, Sinusitis und Otitis media.

Otoneurologie oder Otoneurologische Untersuchungen

siehe unter: otoneurologische Untersuchung

Otosklerose

erbliche fortschreitende, meist symmetrische Erkrankung der knöchernen Labyrinthkapsel mit otosklerotischen Herden, die auf das ovale Fenster, den Steigbügel übergreifen, häufig auch Degeneration im Corti Organ und Hörnerv verursacht.



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P

Pandemie

auf große Gebiete eines Landes oder Erdteils übergreifende Epidemie.

Papillom

aus gefäßhaltigem Bindegewebe bestehende und mit Epithel bekleidete, meist gutartige Haut- bzw. Schleimhautwucherung.

Parazentese (Trommelfellschnitt)

Operativer Trommelfellschnitt zur Wiederherstellung der Hörfähigkeit bei sog. Paukenergüssen. Zuerst wird mit einem Operationsmikroskop das Trommelfell eingestellt. Mit einem feinen Messer wird ein kleiner Schnitt (Parazentese) im vorderen unteren Quadrant durchgeführt. Durch diese kleine Öffnung wird mit einem feinen Sauger die Flüssigkeit aus der Paukenhöhle abgesaugt. Das Trommelfell heilt nach wenigen Tagen spontan wieder zu. Bei sehr zähflüssigem Sekret oder schlechter Belüftung muß das Trommelfell zur Abheilung des Mittelohres länger geöffnet bleiben. Zu diesem Zweck wird ein sogenanntes Paukenröhrchen aus Gold oder Kunststoff in die Öffnung eingesetzt. Das nur etwa 2 mm große Röhrchen wird meist nach etwa 6 - 9 Monaten von selbst abgestoßen und das Trommelfell heilt dann zu. Bei Kindern ist die schlechte Belüftung des Mittelohrs häufig auf eine vergrößerte Rachenmandel zurückzuführen. Ist dies der Fall, wird in derselben Narkose meist auch die Entfernung der Rachenmandel (Adenotomie) durchgeführt. Der Eingriff erfolgt in Narkose.

Parkinson Krankheit (Morbus Parkinson)

siehe unter: Parkinson Krankheit

Paukenröhrchen

Ein Paukenröhrchen aus Kunststoff oder Metall wird zur Belüftung des Mittelohres („Mittelohrdrainage“) unter anderem beim Mittelohrerguss eingesetzt. Vorher ist die Öffnung des Trommelfells durch eine Parazentese erforderlich. Bei Kindern erfolgt der Eingriff meist in Vollnarkose, bei Erwachsenen kann das Ohr lokal betäubt werden. Ein Standardpaukenröhrchen („Kragenknopf“) wird gewöhnlich nach etwa 9-12 Monaten spontan abgestoßen oder es wird vom Arzt entfernt. Ist eine längere Verweildauer erwünscht, wird ein T-Paukenröhrchen ("Dauer-Paukenröhrchen") verwendet. Bei Kindern wird der Eingriff meist in Kombination mit einer Adenotomie durchgeführt.

Perforatio(n)

Durchruch eines Krankheitsprozesses durch eine Organwandung bzw. Körperoberfläche. Eine Perforation in Form von Löchern oder Rissen in der Nasenscheidewand kann nach chirurgischen Eingriffen, bei jahrzehntelang bestehender Nasenscheidewandverbiegung, nach Unfällen oder durch Kokain-Missbrauch entstehen. Bereitet die Perforation Beschwerden, kann sie in den meisten Fällen operativ behoben werden.

Perilymphfistel

Der Steigbügel ist das letzte Gehörknöchelchen in Richtung Innenohr. Er ist mit dem so genannten ovalen Fenster verwachsen, jener Membran, die den luftgefüllten Raum des Mittelohrs mit dem flüssigkeitsgefüllten Raum des Innenohrs verbindet. Wenn die Membran durch überhöhten Druck oder bei einer Ohroperation reißt, dringt die klare Flüssigkeit - die Perilymphe - aus dem Innenohr in das Mittelohr. Die röhrenförmige Verbindung, die dabei entsteht, nennt man eine Fistel. Noch häufiger kommt es zum Riss im Bereich des runden Fensters, das ebenfalls das Innenohr zum Mittelohr hin abschottet und als Druckausgleichsareal dient.

Pneumonie (Lungenentzündung)

Bei der Lungenentzündung oder Pneumonie handelt es sich um eine akute oder chronische Entzündung des Lungengewebes. Sie wird meist durch eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Pilzen verursacht, selten auch toxisch, durch Inhalation giftiger Stoffe oder immunologisch. Bei deutlicher Beteiligung der Pleura (Rippenfell), einer sog. Pleuritis wird im klinischen Sprachgebrauch von Pleuropneumonie gesprochen. Die Entzündung nach einer Strahlentherapie wird meist als Strahlenpneumonitis bezeichnet.

Pollinose

Die Pollinose, besser als Heuschupfen-Syndrom bezeichnet, beschreibt eine Erkrankung, deren Ursache eine Allergie gegen Pollen ist. Pollen gibt es fast überall auf der Erde zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Nur wenige Gebiete sind frei von Pollenflug. In Deutschland sind drei grobe Unterscheidungen der Pollensaisons möglich: Bäume, die sogar schon im Winter blühen können (Hasel), die Gräser, die von Mai bis Ende August blühen und die Kräuter, die von Juli bis Oktober blühen.Das bedeutet konkret, dass fast das ganze Jahr irgendwelche Pflanzen allergische Beschwerden verursachen können.

Polymorphismen

Als Polymorphismus (griech.:„die Vielgestaltigkeit“) bezeichnet man im Fachgebiet Genetik das Auftreten einer Genvariante (das heißt: eines Allels) in einer Population. Definitionsgemäß muss die Auftretenshäufigkeit der Genvariante (die Allelfrequenz) größer als ein Prozent sein, andernfalls wird von einer Mutation gesprochen. Eindeutiger ist in diesem Zusammenhang der Begriff Sequenzvariation, der sich aber noch nicht vollständig durchgesetzt hat.

Polypen der Nase

Nasenpolypen sind chronisch-entzündliche oder durch Wassereinlagerung verursachte (ödematöse) Ausstülpungen der Schleimhaut. Sie entstehen in der Regel nicht in der Nasenschleimhaut sondern in den Nasen-Nebenhöhlen, aus denen sie sich durch die Ostien quetschen und in die Nasenhaupthöle fallen, die sie häufig verstopfen. Dadurch verstärkte sich das Krankheitsbild erheblich, führt zur weiteren Behinderung der Nasenatmung, Geruchsverlust und Ausweitung der Nebenhöhlenentzündungen häufig auch auf die bisdahin noch nicht betroffenen NNH.

Präventionsmedizin

Die demographische Entwicklung der Gesellschaft mit erheblicher Zunahme älterer Menschen führt zu einem dramatischen Anstieg der häufigen und alterungsbedingten sogenannten "Volkskrankheiten". Dazu zählen Erkrankungen wie Herzinsuffizienz, Arteriosklerose, Arthrose und Osteoporose, Diabetes Typ II, Altersmalignome, Altersdemenz und vieles mehr. Solche Folgen der sich physiologischerweise entwickelnden Alterungsprozesse werden zunehmend als "Krankheit" definiert. Sowohl Dauer als auch Intensität des "späten Krankseins" sind mit einer hohen Inanspruchnahme der Krankenkassensysteme und häufig mit Invalidität, Abhängigkeit und Pflegebedürftigkeit verbunden, was eine Herausforderung auch für die Pflegesysteme darstellt. Angesichts einer möglichen Lebensspanne von derzeit 120 – 130 Jahren tritt trotz aller heute machbaren medizinischen Hilfen für die Mehrheit der Menschen der Tod um eine Generationsphase von 30 – 40 Jahren zu früh ein. Die Versorgung älterer Menschen kann sich nicht mehr nur auf die Behandlung bereits eingetretener und stark fortgeschrittener Alterserkrankungen beschränken. Als erster Ausweg des Gesundheitssystems wurde die Früherkennung von sich entwickelnden Krankheiten intensiviert. Neu dazu gekommen sind die Bemühungen, bereits eine "aktive Prävention" zu betreiben. Diese umfasst das Aufdecken individueller Risikofaktoren für die Altersgesundheit, die sowohl angeboren (z.B. Punktmutationen) als auch erworben (z.B. "ungesundes Verhalten") sein können und zunehmend günstig beeinflussbar sind. Dazu kommen Präventionsmaßnahmen, die generell die Alterungsprozesse mit ihren Verfallserscheinungen und ihren nachlassenden Reparatursystemen (z.B. Gewerbserneuerung, Selbstheilung) betreffen. Um medizinische Prävention von Alterskrankheiten sinnvoll zu betreiben, ist das Wissen und Verständnis für die durch den Alterungsprozess vermittelten physiologischen und pathologischen Bedingungen eine unabdingbare Voraussetzung.

Prick-Test

(engl.) Stichtest; Hauttest, bei dem das aufgeropfte Allergen mit einer Nadel oder Lanzette bis an das Stratum papillare eingebracht wird. Nachteil: genaue Dosierung, z.T. unspezifische Reizung durch Manipulation. Reagiert der Patient auf eine der Substanzen positiv, so kommt es im Bereich des entsprechenden Allergen-Tropfens nach einigen Minuten zu einer mehr oder weniger starken Rötung und zur Quaddel-Bildung. Mit Hilfe des Prick-Tests kann man u.a. eine Sensibilisierung auf verschiedene Blütenpollen, Hausstaubmilben, Lebensmittel-Inhaltsstoffe, Insektengifte und Tierhaare nachweisen.

Privinismus

Als Privinismus bezeichnet man einen medikamentösen Schnupfen durch lang andauernde Anwendung eines abschwellenden Nasensprays, so dass die Nasenschleimhaut nicht mehr von allein abschwillt. Der Name ist von dem bekannten Nasenspray „Privin" abgeleitet.

Punktieren, Punktion

Einführung einer Punktionskanüle (nach Hautdesinfektion, evtl. Lokalanästhesie) in einen präformierten oder pathologischen Hohlraum zum diagnostischen Nachweis des Inhalts oder in ein Gewebe zur Gewinnung einer Gewebeprobe (Biopsie) entweder unter Sicht oder als Feinnadelbiopsie.

Purpura Schoenlein-Henoch

siehe unter Purpura Schoenlein-Henoch



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R

Rachenmandel

siehe unter: Adenoide Vegetationen

reaktive Sauerstoffspezies

siehe unter: ROS, reaktive Sauerstoffspezies

Reflux-Krankheit

Eine Entzündung der Speiseröhrenschleimhaut bezeichnen Mediziner als Refluxösophagitis (Speiseröhre = Ösophagus) oder auch Refluxkrankheit. Sie entsteht, wenn saurer Magensaft in die Speiseröhre zurück fließt (Säurereflux). Der Grund für diesen Rückfluss ist ein Versagen des Schließmuskels am Mageneingang. Die Entzündung tritt nur in den unteren Abschnitten der Speiseröhre auf, weil sie direkt an den Magen grenzen. Bei einer immer wiederkehrenden (chronischen) Refluxösophagitis besteht die Gefahr, dass die betroffenen Zellen der Speiseröhre entarten und sich ein Speiseröhrenkrebs entwickelt. An der Refluxkrankheit leiden etwa 20 Prozent der Bevölkerung der westlichen Industriestaaten - sowohl Erwachsene als auch Babys und Kinder. Die Erkrankung wird nicht nur zunehmend häufiger diagnostiziert, sondern es scheint, dass die Häufigkeit ebenfalls zunimmt. Zusätzlich wird eine Zunahme von Speiseröhrenkrebs beobachtet, einer möglichen, wenn auch seltene Folgeerscheinung der Refluxkrankheit.

Resistenzen

Resistenz bedeutet Widerstand. In der Medizin ist mit Resistenz der Widerstand von Bakterien gegen ein Antibiotikum gemeint, der immer dann entsteht, wenn sich eine Bakterienart sich so an das Medikament angepasst hat, dass sie widerstandsfähig geworden ist, d.h. es wird nicht mehr durch diesen Wirkstoff zerstört. Die Infektion kann nicht ausheilen. Resistenzen entstehen meist, wenn Antibiotika zu häufig verabreicht werden.

Respiratorisches Feedback (RfB)

siehe unter: Atem-Feedback

Rheumatisches Fieber

Der so genannte Streptokokken-Rheumatismus ist eine entzündlich-rheumatische Erkrankung von Haut, Herz, Gelenken und Gehirn. Meist erkranken Kinder und Jugendliche nach Mandel- oder Rachenentzündung, seltener Erwachsene. Seit diese Krankheiten mit Antibiotika behandelt werden, ist diese Komplikation relativ selten geworden.

Rhinoskopie

Als Rhinoskopie wird die Untersuchung des Naseninneren mit Hilfe eines Nasenspekulums zum Offenhalten der Nase und einer Lichtquelle bezeichnet. Die hinteren Öffnungen werden dabei mit einem Spiegel durch den Rachen betrachtet, die innen gelegenen Öffnungen mit dem Nasenendoskop.

ROS, reaktive Sauerstoffspezies

Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) - auch oft ungenau als Sauerstoffradikal bezeichnet - sind eine schädliche Form des Sauerstoffs, die bei oxidativem Stress und damit bei verschiedensten Erkrankungen sowie beim Alterungsprozess eine wesentliche pathophysiologische Rolle spielt. Im Organismus entstehen reaktive Sauerstoffspezies in den Mitochondrien als Nebenprodukt der Zellatmung (im Rahmen der Atmungskette), aber auch durch Entzündungszellen. Die physiologische Bedeutung der ROS besteht darin, in den Organismus eingedrungene Viren und Bakterien zu schädigen. ROS (vor allem Wasserstoffperoxid und Stickstoffmonoxid) entstehen auch als Abwehrmechanismen bei Pflanzen. Jeder Art von zusätzlichem psychischem und körperlichem Stress führt zu einer erhöhten Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies, die nunmehr die Zellmembranen des Organismus schädigen. Erhöhte Konzentrationen reaktiver Sauerstoffspezies im Organismus überfordert die körpereigenen Reparaturmechanismen, so dass die Schäden an Zellmembranstrukturen und an der DNA zu allmählicher Krankheitsentwicklung führen. Umweltgifte und Zigarettenrauch, aber auch Hochleitungssport und Marathonlauf sind weitere bedeutende Quellen für reaktive Sauerstoffspezies.



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S

saisonal / perennial

In der medizinischen Fachwelt wird alternativ zu den Begriffen saisonal / perennial zunehmend eine internationale Einteilung nach Dauer und Schweregrad vorgenommen: Intermittierende (d.h. vorübergehend aussetzende) allergische Rhinitis (IAR) statt saisonal und persistierende (d.h. anhaltende) allergische Rhinitis (PAR) statt perennial.

Samter-Trias

Als Samter-Trias oder Aspirin-Trias bezeichnet man eine Unverträglichkeitsreaktion nach der Einnahme von Schmerzmitteln, typischerweise Acetylsalycilsäure (ASS), die sehr gehäuft gemeinsam mit Asthma bronchiale und nasalen Polypen auftritt.

Schädelbasis

Die Schädelbasis umschließt nach innen das Gehirn.

Sinusitis akuta

siehe: Nasennebenhöhlen

Schlaganfall

Ein Schlaganfall (Apoplex) ist eine innerhalb kurzer Zeit auftretender Ausfall von Funktionen des Gehirns, verursacht durch kritische Störungen der Blutversorgung. Unterschieden wird in plötzlich auftretende Minderdurchblutung und die akute Blutung.

Schnarchen

siehe hier unter: Schnarchdiagnostik und Therapie

Septumdeviation

Als Septumdeviation bezeichnet man eine Verschiebung oder Verkrümmung der Nasenscheidewand, die überwiegend wachstumsbedingt ist oder durch einen Unfall entstehen kann. Je nach Stärke ist die Nasenatmung oft einseitig häfig jedoch beidseitig behindert. Das führt häufig zu nächtlichem Schnarchen und morgendlichen Halsschmerzen. Im Falle eines Schnupfens kann der Schleim hier schlechter abfließen und es kommt zu einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Septumkorrektur, operative

siehe unter: Nasenscheidewand-(Nasenseptum-)korrektur

Serologie, serologisch

Serologie ist die Wissenschaft von den Antigenen und Antikörpern.

Somnolenz (somnolence; somnolency

Unter dem Begriff Somnolenz versteht man eine Benommenheit mit abnormer Schläfrigkeit als leichtere Form der Bewusstseinstrübung (mit Erweckbarkeit u. mit meist nicht vollständiger Erinnerungslücke); z.B. bei akutem hirnorganischem Prozess, Schädel-Hirn-Trauma, Vergiftungen.

Sonographie

siehe: Ultraschalldiagnostik

spezifische Antikörper

Antikörper werden auch Immunglobuline (Ig) genannt und sind Eiweißverbindungen (Glykoproteine), die der menschliche Körper nach Kontakt mit einem Fremdstoff (Antigen) bildet. Diese Antikörper können dann gezielt Antigene binden und damit bekämpfen.

Sprachentwicklungsbehinderungg

Von einer Sprachentwicklungsbehinderung spricht man, wenn eine Grunderkrankung oder -behinderung vorliegt, die eine Störung der Sprachentwicklung nach sich zieht.

Sprachentwicklungsstörung

Von einer Sprachentwicklungsstörung spricht man, wenn ein Kind nicht nur Auffälligkeiten in der Aussprache, sondern auch im Sprachsystem zeigt. Die Sprachentwicklung verläuft nicht nur verzögert, sondern auch andersartig als bei anderen Kindern. Dabei treten Phänomene auf, die in der normalen Sprachentwicklung so nicht vorkommen.

Sprachentwicklungsverzögerung

Sprachentwicklungsstörungen sind Störungen der Sprache im Verlauf des Spracherwerbs. Das bedeutet, dass sowohl Fehlbildungen von Lauten und Lautverbindungen (Aussprachestörungen, u.a. phonologische Störungen), Schwierigkeiten im Bereich der Grammatik (Dysgrammatismus) als auch Probleme im Bereich des Wortschatzes und der Wortfindung (semantisch-lexikalische Störungen) in diesen Bereich fallen. Sprachentwicklungsstörungen können sowohl spezifisch sein, d.h. die sonstige Entwicklung ist unauffällig, oder auch unspezifisch, aufgrund von anderen Grunderkrankungen (Hörstörung, Down-Syndrom, Autismus, etc.) auftreten. Sprachentwicklungsstörungen sind recht häufig zu beobachten, ca. 6 - 8% aller Kinder sind betroffen. Ihre Ausprägungen sind aber sehr unterschiedlich. Von der reinen Aussprachestörung einzelner Laute bis hin zur komplexen Sprachentwicklungsstörung, bei der Aussprache, Grammatik und Wortschatz so stark betroffen sind, dass das Kind kaum verständlich kommunizieren kann. Häufig ist zu beobachten, dass die betroffenen Kinder zunächst spät anfangen zu sprechen, einen geringen Wortschatz aufbauen, dann Probleme mit der Aussprache zeigen und mit dem Einstieg in den Grammatikerwerb auch in diesem Bereich große Probleme entwickeln.

Stridor

Krankhafte Atemgeräusche durch Verengung der Luftwege bezeichnet man als Stridor (lat., Plural Stridores, wörtlich „Zischen“, „Pfeifen“). Nach dem Auftreten bei Ein- (Inspiration) bzw. Ausatmung (Exspiration) unterscheidet man:
· Inspiratorischer Stridor: Atemgeräusch beim Einatmen, typisch für Verengung oder Verlegung der oberen Atemwege (Kehlkopf, Luftröhre, Hauptbronchien). Bsp. für Ursachen: Epiglottitis, Krupp, Pseudokrupp, Schilddrüsenvergrößerung (Struma), Fremdkörperaspiration, gutartige oder bösartige Tumoren im Bereich der Atemwege oder an Organen im Mediastinum, einseitige oder doppelseitige Stimmbandlähmung. · Exspiratorischer Stridor: Atemgeräusch beim Ausatmen, typisch für obstruktive Lungenerkrankungen, wie z. B. Asthma bronchiale Nach der Lokalisation der Verengung werden unterschieden:
· Stridor nasalis: Verengung in der Nase (Nasus), zumeist als „Schniefen“
· Stridor pharyngealis: Verengung im Rachen (Pharynx), zumeist als „Schnarchen“
· Stridor laryngealis: Verengung im Kehlkopf (Larynx), zumeist als „Pfeifen“
· Stridor trachealis: Verengung in der Luftröhre (Trachea), zumeist als „Brummen“
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stridor

Struma

Die Struma oder der Kropf (veraltet: Satthals) bezeichnen eine tastbare, sichtbare oder messbare Vergrößerung der Schilddrüse zunächst unabhängig von der Stoffwechsellage (Überfunktion, Unterfunktion oder normale Funktion der Schilddrüse) und von der feingeweblichen Struktur oder mit dem bloßen Auge zu erkennenden Gestalt. Die Struma ist weltweit die häufigste Erkrankung der Hormondrüsen (eine Endokrinopathie). Die häufigste Ursache für das Entstehen einer Struma ist ein Iodmangel. Die Behandlungsmöglichkeiten umfassen neben einer medikamentösen Therapie mit Gabe von Jod und/oder Schilddrüsenhormonen eine Schilddrüsenoperation und eine Radioiodtherapie.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Struma

Supplementierung

Unter Supplementierung versteht man die gezielte Zuführung von Mikronährstoffen. Mikronährstoffe spielen eine entscheidende Rolle zum Erhalt unserer Gesundheit. Die Anti-Aging Medizin hat zwei entscheidende Alterungsfaktoren identifiziert. Hierzu gehören die oxidative Belastung (Einfluss von freien Radikalen) sowie chronisch niederschwellige Entzündungsprozesse. Beide Faktoren lassen sich durch die gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen beeinflussen. Die gezielte und individualisierte Supplementierung spielt daher in der Anti-Aging Medizin eine große Rolle.



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T

Thyreoglobulin

Thyreoglobulin (TG) ist ein Protein, das ausschließlich in der Schilddrüse als Vorläufer für Thyroxin und Triiodthyronin gebildet wird. Bei diesem Vorgang werden die Jod-Atome an die Tyrosinanteile des Thyreoglobulins gebunden (Jodisation). Der Nachweis von Thyreoglobulin beim Menschen beweist das Vorhandensein von Schilddrüsengewebe und ist daher besonders gut zur Suche nach Restgewebe nach einer Schilddrüsenentfernung geeignet. Erhöhte Antikörper gegen Thyreoglobulin (TG-AK oder TAK) weisen auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse hin wie die z. B. Hashimoto-Thyreoiditis. Mutationen am TG-Gen können eine Struma verursachen.

Toxoplasmose

Der parasitäre Erreger der Toxoplasmose befällt als Hauptwirt Katzen. Menschen können sich als Zwischenwirte mit den Eiern des Parasiten anstecken, die bei der Erstinfektion von Katzen ausgeschieden werden. Eine Toxoplasmose ist für gesunde Menschen ungefährlich und wird in der Regel nicht einmal bemerkt. Kommt es aber bei Schwangeren zu einer Erstinfektion, kann diese auf das Kind übertragen werden und zu schwerwiegenden Beeinträchtigungen des Ungeborenen führen. Schädigungen sind unter anderem an Organen wie Herz, Leber und Lunge sowie am Gehirn möglich. Auch immunschwache Menschen sind gefährdet.

transdermale Applikation

durch die Haut zugeführte Medikamente (Gele, Creme, Salben, Flüssigkeiten usw.)

Trommelfellperforation

Spontandurchbruch des Trommelfells 1. bei akuter Mittelohrentzündung mit nadelstichfeinem Fistelgang, aus dem pulsierende Eiter (Pus) austritt. 2. bei chronischer Mittelohrentzündung rundlicher bis nierenförmiger Defekt. Mehr dazu siehe unter Trommelfellperforation.

Tommelfellruptur

traumatischer Einriss des Trommelfells, meist gezackter Defekt mit blutunterlaufenen Rändern durch Barotrauma (Sturzflug) Explosion, plötzliche Druckwelle auf das Ohr durch Schlag, Ballwurf, auch Verletzung durch Wattestäbchen häufig.

Trommelfellschnitt

siehe unter: Parazentese

Tonsillektomie

unter einer Tonsillektomie versteht man die vollständige chirurgische Entfernung der Gaumenmandeln.

Tonsillitis, akute

Als Tonsillitis oder Mandelentzündung bezeichnet man eine schmerzhafte Entzündung der Tonsillen. In der Praxis ist der Begriff für die Entzündung der Gaumenmandeln (Tonsilla palatina) reserviert. Die Erkrankung ist ansteckend und kann durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Eine akute Streptokokken-Tonsillitis ist 24 Stunden nach Beginn der Antibiotikatherapie nicht mehr ansteckend.

Tonsillotomie

Als Tonsillotomie bezeichnet man die operative Teilentfernung der Gaumenmandel. Der Eingriff wird vor allem bei Kindern zwischen dem 3. und 12. Lebensjahr durchgeführt und ist eine Alternative zur Tonsillektomie, der vollständigen Entfernung der Gaumenmandel. Die Tonsillotomie wird bei erheblicher Tonsillenvergrößerung empfohlen, die mit Behinderung der Atmung oder des Schluckens verbunden ist. Sie kann entweder mit dem LASER oder mittels Radiofrequenz-Coblation durchgeführt werden. Der Vorteil gegenüber der Tonsillektomie besteht vor allem in der sehr geringen Nachblutungsrate. Daher wird der Eingriff auch ambulant durchgeführt.

TPO, Thyreoideaperoxidase (-Antikörper)

Bei Schilddrüsenerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis (Autoimmunerkrankung) auftretende Antikörper, die zu einer Zerstörung des hormonproduzierenden Gewebes führen. Klinisch tritt meist intial eine Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose), gefolgt von einer zunehmenden Unterfunktion (Hypothyreose) auf. In der Sonografie der Schilddrüse (Ultraschall) zeigt sich meist eine kleine, echoarme Schilddrüse. Im deutschsprachigen Raum wird meist die Abkürzung MAK (mikrosomale Antikörper) als Synonym verwendet. Englische Synonyme: HGNC:12015, MSA, TPX, TMA

TSH-Rezeptor-Ak (TRAK)

TSH-Rezeptoren sind auf jeder Schilddrüsenzelle nachweisbar. Sie vermitteln die stimulierende Wirkung von TSH auf die Synthese und Freisetzung von Schilddrüsenhormonen. Synonyme und Untergruppen der TRAK sind TSI, TGAB, LATS, TBII.

T-Zellen

die aus dem Thymus stammende T-Zellen (T-Lymphozyten) sind eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die für die Immunabwehr zuständig sind. Sie kommen hauptsächlich als Helferzellen(Th) oder Suppressorzellen (Ts) vor.



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U

Uhrglasverband

notwendig zur Feuchthaltung der Augenbindehäute besonders bei Verlust des Augenschlusses durch Gesichtsnervlähmung (Fazialisparese). Dabei wird der Uhrglasverband als eine durchsichtige, runde Plexiglaskalotte mit Pflaster eingefasst über das Auge geklebt, um es vor Austrocknung zu schützen.

Ultraschall-Diagnostik

Sonographie: wichtiges bildgebendes Verfahren durch Anwendung von Ultraschall (1-10 MHz). Vorteile: ungefährlich, da es für den Patienten nicht belastend ist (nicht invasiv). Besitzt bei Erfahrung hohe Aussagekraft. B-Scan (B für "brigthness") ist eine zweidimensionale lichtmodulierte Darstellung der Echos. Wird in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde zur Darstellung der Nasen-Nebenhöhlen und der Halsweichteile eingesetzt.

Ulcus, Ulceration

Ein Ulcus (pl. Ulcera), zu deutsch etwa „Geschwür“, bezeichnet in der Medizin einen „tiefliegenden Substanzdefekt“ der Haut nicht-traumatischer, sondern z. B. infektiöser oder ischämischer Ätiologie (Herkunft).

Umami

Umami (japanisch für "wohlschmeckend") wurde 1908 durch den japanischen Forscher Ikeda entdeckt. Der Umamigeschmack ist vor allem in eiweissreicher Nahrung wie beispielsweise Milch, Fleisch, Käse oder Sojabohnen zu finden. Die Aminosäure Glutamat ist der Geschmacksträger für "umami".

Utriculus

ein schlauchförmiges Vorhofbläschen des häutigen Labyrinths als Basis der drei häutigen Bogengänge, das im Bereich der Macula mit Sinnesepithel ausgestattet ist.

Uvula

(latein. = kleine Weinbeere) das am hinteren Rand des weichen Gaumens herabhängende "Zäpfchen".



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V

Virus-Hepatitis

Eine Hepatitis ist eine durch eine Virusinfektion ausgelöste Entzündung der Leber. Man unterscheidet die durch die Hepatitis-Viren A bis E hervorgerufenen Formen (klassische Virushepatitiden), von den nicht klassischen Formen, die durch andere Viren oder durch Bakterien bzw. Pilze ausgelöst werden. Gegen Virus-Hepatitis A und B - neuerdings auch gegen Virus-Hepatitis C - gibt es Schutzimpfungen.

Vestibularapparat

die dem Gelichgewichtssinn dienende Funktionseinheit aus Bogengangsapparat einschließlich Vestibulum (Sacculus und Utriculus sowie Statoconia), Endolymphe und zentrale Nervenbahnen.

Vestibular(is)prüfung

Prüfung der Funktion des Vestibularapparates anhand des Spontan- und Blickrichtungs- und des Provokationsnystagmus. Nachfolgend wird eine Videonystagmographie durchgeführt, bei der die Vestibularapparate mittels kalter und warmer Reizung provoziert werden und die dabei auftretenden schnellen Augenzitterbewegungen (Nystagmus) durch eine Videocamera aufgezeichnet und per Computer ausgerechnet werden. Die abschließende Auswertung muss dann vom HNO-Facharzt erfolgen.



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W

Waldeyerschen Rachenring

Der Waldeyersche Ring oder lymphatische Rachenring wird vom lymphoepithelialen Gewebe der Tonsillae palatinae, pharynggealis und lingualis (Gaumen-, Rachen-, Zungenmandeln und Seitenstränge) ringförmig an der Schlundenge gebildet.

Wundrose

Als Wundrose (Erysipel) ist eine akut von einem Epitheldefekt ausgehende flächenhafte, mit hohem Fieber einhergehende Hautinfektion durch Streptokokken.

X

Xerostomie

Trockenheit der Mundschleimhaut. Im extremen Fall mit Einrissen (evtl. Lippenrhagaden), festhaftenden Schleimfetzen, Heiserkeit.

Z

Zerumen (Cerumen) - Ohrenschmalz

siehe unter "C" wie Cerumen

Zoster oticus

Zoster, Herpes zoster - die Gürtelrose ist eine akute Hautkrankhet mit Varizcella-Zoster-Virus bei verminderter Immunität (z.B. maligne Erkrankungen, immunsuppresive Therapie, aber auch bei natürlichem Nachlassen der Immunität im Alter) im Versorgungsgebiet eines Spinalnerven. Herpes zoster oticus mit Ausbreitung im Gebiet der Hirnnerven VII und VIII (evenuell auch V, IX und X). Typische Schmerzen, Bläschen im Ohr- und angrenzenden Gesichtsbereich, evtl. auf Gaumen, Zunge übergreifend. Oft mit Hörverlust , Gleichgewichtsstörungen, Geschmacksstörungen, Fazialislähmung und Trigeminusausfällen.

Zyanose

siehe unter: Zyanose

Zyste, zystisch

Eine Zyste ist eine durch Gewebekapsel abgeschlossener, ein- oder mehrkammriger Gewebeholraum, der mit dünn- oder dickflüssigem Inhalt (Gewebswasser, Blut oder Eiter) gefüllt sein kann.






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