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Die otoneurologische Untersuchung

Die otoneurologische Untersuchung wird zur Beurteilung der Funktion des Innenohrs (Hör- und Gleichgewichtsorgan) sowie der elektrischen Weiterleitung der Impulse über Hörnerv und Hörbahn bis ins Mittelhirn durchgeführt.

Zu den otoneurologischen Untersuchungen gehören:
1. Die Hirnstammaudiometrie oder BERA (Brainstem Evoked Response Audiometry)
Die BERA misst die frühen akustisch evozierten Potenziale (FAEP). Das sind die spezifischen Hirnströme, die durch Verarbeitung von Geräuschen entstehen, die dem Ohr zuvor im Test über Kopfhörer angeboten werden. Mit Hilfe der BERA kann man daher einerseits die Qualität der Hörnervenfunktion beurteilen (z.B. Störung durch Tumoren am Hörnerven) und andererseits eine objektive quantitative Bestimmung des Gehörs durchführen, z. B. bei kleinen Kindern, oder Personen, die sehr unsicher sind.

2. Die Otoakustischen Emissionen
Die Ableitung der Otoakustischen Emissionen (TEOAE, transient evozierte otoakustische Emissionen) beruht auf der Tatsache, dass das Ohr nicht nur Geräusche wahrnehmen-, sondern auch selbst erzeugen kann! Diese vom Ohr erzeugten Geräusche lassen sich durch Beschallung über Kopfhörer provozieren und über computerisierte Mikrotechnik ableiten. Sie geben Aufschluss über die Funktionsfähigkeit der äußeren Haarzellen des Gehörs (Cortiorgan). Wir verwenden die Messmethode zum Neugeborenen-Hörscreening, aber auch zur Funktionsbeurteilung der äußeren Haarzellen bei verschiedenen Hörstörungen. Auch die toxische Nebenwirkung verschiedener notwendig verabfolgter Medikamente kann frühzeitig erkannt werden.

3. Die Videonystagmographie (VNG)
Die Videonystagmographie läßt eine seitengetrennte Beurteilung der Funktion des Gleichgewichtsorgans (Bogengänge des Labyrinths) des Innenohrs zu. Hierbei werden die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans über die äußeren Gehörgänge abwechselnd mit warmen bzw. kalten Medien (Wasser oder Luft) experimentell temperiert und somit ein Drehschwindelreiz erzeugt. Eine Kamerabrille registriert die durch den auftretenden Schwindel erzeugten unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmen) getrennt für links und rechts. Der Computer analysiert und errechnet die Stärke der Reaktionen, aus der der HNO-Arzt seine Diagnose erhält.