Obstruktives Schnarchen mit und ohne Atemaussetzern


Etwa 9,2 Prozent aller Säuglinge und Kinder schnarchen ständig. 4 bis 6jährige Kinder schnarchen häufiger als bis 3jährige Kinder. Jungen schnarchen häufiger als Mädchen.

Häufige Probleme bei Kindern - durch Schlafstörungen?

Schlafstörungen bei Kindern sind kein "harmloses" Problem. Immerhin leiden bis zu 37 Prozent unserer Kinder unter Schlafstörungen. Dabei spielt die sogenannte obstruktive Schlafapnoe eine zunehmend größere Rolle. Schon im Kleinkindesalter kommt es bei bis zu 2 Prozent der Kinder während des Schlafes immer wieder zu Atemaussetzern (Apnoe). Von einer Apnoe spricht man, wenn der Atemaussetzer länger als 10 Sekunden andauert. Während dieses Zeitraums atmet das Kind nicht.

Atemaussetzer? - mein Kind schnarcht doch nur!

Schnarchen bei Kindern ist ein Indiz für eine Schlafapnoe. Das haben Schlafforscher (Somnologen) herausgefunden.

Was sind die Ursachen für kindliche Schlafapnoe?

Vorübergehendes Schnarchen kann durch einen akuten Schnupfen bedingt sein. Dauerhaftes Schnarchen und damit gefährliche Atemstillstände sind aber in der Regel durch eine zu starke Erschlaffung der Zungen- oder Gaumenmuskeln oder vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln bedingt. Dem Atemstillstand folgt ein tiefer Atemzug, der die verengten Atemwege öffnet und als lauter Schnarcher zu hören ist. Diese Atmung erfordert eine anstrengende Muskelarbeit, wodurch die betroffenen Kinder sehr unruhig schlafen, häufig aufwachen, schwitzen und durstig sind. Häufig sind die Weckreaktionen allerdings so kurz und unvollständig, dass sich die betroffenen Kinder am nächsten Morgen nicht daran erinnern können. Das Gefährliche ist: Atemaussetzer mit bis zu 20 Sekunden Dauer machen einen Tiefschlaf unmöglich. Durch die Atemstillstände sinkt der Sauerstoffgehalt im Blut. Die Folgen des verkürzten Tiefschlafes und des verminderten Sauerstoffgehaltes sind erheblich. Symptome und Folgen incl. Spätschäden einer Schlafapnoe: Mundatmung Schnarchen Unruhiger Schlaf Ungewöhnlichen Schlafposition Starkes Schwitzen im Schlaf Morgendliche Mundtrockenheit Hörstörungen (Muko-Serotympanon) Mittelohrentzündungen Verzögerte Sprachentwicklung Tagesschläfrigkeit Appetitlosigkeit Lustlosigkeit Hyperaktivität Aggressivität Konzentrationschwäche Gedeihstörungen Untergewicht und Minderwuchs Infekthäufigkeit Gaumenwachstums-Anomalie (Spitzgaumen) Zahnstellungsanomalie der 2. Zahnung Nasenscheidewandverbiegungen Nur die frühzeitige HNO-ärztliche Diagnose und Behandlung kann diese Störung beseitigen und gravierenden Spätschäden verhindern.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich sich nach den Ursachen der Schlafapnoe bei Kinder: Übergewicht, häufige Entzündungen im Rachenraum und vergrößerte Mandeln oder adenoide Vegetationen ("Polypen") spielen eine Rolle. In den meisten Fällen sind die vergrößerten Mandeln oder adenoide Vegetationen (Rachenmandel oder "Polypen") die Ursache für eine Schlafapnoe bei Kindern. Während des Schlafs läßt die Muskelspannung im Unterkiefer nach. Sind die Mandeln zusätzlich vergrößert, "fallen" sie besondern leicht während des Schlafes nach hinten und verursachen die Atembehinderung, die von lautem Schnarchen begleitet wird. Eine ambulante Mandelverkleinerung mit dem Laser und die Adenotomie (Entfernung der Rachenmandel) schafft schnelle Abhilfe und lässt die Kinder wieder ruhig durchschlafen. Ausgeruhte und ausgeglichene Kinder, die sich plötzlich schnell entwickeln, sind die Folge.

In einigen Fällen, sind vergrößerten Mandeln oder Adenoide nicht die Ursache der Krankheit. Hier können z.B. Störungen im Kieferwachstum zur Verengung der oberen Atemwege führen. In diesen Fällen werden weitere Spezialisten, wie Zahnärzte oder Schlafmediziner hinzugezogen.

Eile ist geboten - warten Sie nicht bis Ihr Kind Schaden nimmt. Mitunter wird das Krankheitsbild der obstruktiven Schlafapnoe nicht von allen Ärzten erkannt. Aufgrund der Konsequenzen wie Hyperaktivität und Konzentrationsstörungen, lautet die Diagnose häufig: "Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom". Eine Hinzuziehung des HNO-Arztes ist bei diesem Verdacht dringend nötig und sollte sofort vorgenommen werden. Denn die Krankheit lässt sich zwar heilen, aber die aufgrund des Konzentrationsmangels eingetreten Entwicklungsstörungen können nicht wieder wettgemacht werden. Eingetretene Entwicklungsstörungen bei langjährig unbehandelt schnarchenden Kindern haben häufig schlechte Schulleistungen zur Folge.