Stoffwechselerkrankung Osteoporose

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Osteoporose

Osteoporose

Die Osteoporose geht mit einem zunehmenden Verlust von Knochensubstanz einher. Die Folgen: chronische Rückenschmerzen und Muskelverspannungen, Schmerzen an der Wirbelsäule mit Spontanfrakturen und Größenverlust sowie Ausbildung eines Rundrückens. Daneben sind auch die Unter- und Oberarme sowie die Knöchel an Füßen und Händen betroffen. Bei älteren Menschen sind Oberschenkelhalsbrüche häufig. Ein Drittel der betroffenen Patienten sterben im ersten Jahr nach der Verletzung, die Hälfte bleibt dauerhaft pflegebedürftig. Durch die eingeschränkte Beweglichkeit werden Muskulatur, Kreislauf und Atmungsfunktion stark abgebaut. Die chronischen Schmerzen und die Kurzatmigkeit führen zu Schlafstörungen, so dass die gesamte Lebensqualität mitunter sehr stark beeinträchtigt ist. Die Folgen sind Isolation, Angst, Unselbstständigkeit und nicht selten Depressionen.

Aufbau eines "Knochenbank-Depots 25"
Der Aufbau der Knochen erfolgt von der Geburt an unter dem Einfluss der Hormone, einer gesunden Lebensweise, Ernährung und Sport bis etwa zum 25. Lebensjahr. Unter diesen Voraussetzungen wird ein Knochendepot mit einer maximale Spitzenknochenmasse, der „Peak Bone Mass“ aufgebaut. Nun stellt sich für einige Jahre ein Gleichgewicht zwischen Knochenabbau und Knochenaufbau ein.

Der Knochenabbau
Zwischen dem 30.-35. Lebensjahr wird die Produktion vieler Hormone „zurückgefahren“ und etwa ab dem 40. Lebensjahr überwiegt der Knochenabbau, der den natürlichen Knochenmineralgehalt dann um 0,5% bis 1% pro Jahr reduziert. Faustregel: Mit jedem Lebensjahrzehnt verdoppelt sich das Frakturrisiko.
Wann die Gefahrenzone für Knochenbrüche erreicht wird, ist ohne Knochendichtemessung nicht bekannt. Sie ist abhängig von der individuellen Spitzenknochenmasse (Peak Bone Mass) und weiteren Risiko- und Schutzfaktoren. Das Schicksal der individuellen Knochenentwicklung folgt biologischen Gesetzen. Das kalendarische Alter kann immer nur ein Annäherungswert sein. Insgesamt sind in Deutschland 26% der Generation 50+ von Osteoporose betroffen, insgesamt ca.8 Millionen Menschen.

Risikofaktoren für die Osteoporose:
Faustregel: Frauen in und nach der Menopause und Männer ca. 10 Jahre später.
1. Risikofaktoren, die Sie nicht ändern können (primäre Osteoporose 95%):
Alter - genetische Disposition - körperliche Konstitution - Geschlecht - Postmenopause (Osteoporose der Frau nach den Wechseljahren)

2. Risikofaktoren durch Lebensstil, Erkrankung, Therapie(n) (mit)verursacht (sekundäre Osteoporose 5%):
Bewegungsmangel - extremes Übergewicht - extremes Untergewicht - falsches Ernährungsverhalten - Nikotin - übermäßiger Alkoholkonsum - Polymedikation - männlicher Testosteronmangel - Störung des Kalziumstoffwechsels - Schilddrüsenüberfunktion - Diabetes mellitus - rheumatische Erkrankungen - Cortisontherapie - Laktoseintoleranz - chronische Verdauungsstörungen

Diagnostik
1. Umfangreiche Befragung (Anamnese) um Risikofaktoren festzustellen
2. Durchführung einer Röntgenaufnahme der Wirbelsäule (bei Erstdiagnostik)
3. Blutabnahme zur Bestimmung von Erkrankungen, die zum Knochenmasseverlust führen könnten
4. Die Knochendichtemessung mittels DXA-Methode (Goldstandard) stellt eine Osteoporose und deren Schweregrad fest.

Prävention und Behandlung
Ernährung: Unser Körper verliert jeden Tag über Urin und Stuhl ca. 300 mg Kalzium, kann aber aufgenommenes Kalzium nicht zu 100% resorbieren. Eine knochenfreundliche Ernährung soll reich an Kalzium und Vitamin D, aber fett-, cholesterin- und kalorienarm sein. Täglich ein halber Liter Milch und zwei Scheiben Käse decken mit 1.000 bis 1.500 mg Kalzium den Bedarf eines Erwachsenen. Kalziumreich sind grüne Gemüse wie: Brokkoli, Lauch, Grünkohl, Fenchel, Sellerie und Kohlrabi und Kräuter wie: Thymian, Majoran, Estragon, Rosmarin, Basilikum, Oregano und Sesam. Trinken Sie kalziumreiche Mineralwässer (Bad Driburger Bitterwasser; St. Gero Heilquelle; Gerolsteiner Sprudel) oder mit Kalzium angereicherten Saft. Reich an Vitamin D sind Milch, Eier und Seefisch: Makrele, Hering, Lachs und Aal. Tipp: Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend Vitamin C zu sich nehmen – es verbessert die Aufnahme von Kalzium.
"Achtung Kalziumräuber": Genussmittel (Alkohol und Nikotin) und einige Lebensmittelinhaltsstoffe, z. B. Phosphat (in Fertiggerichten, Softdrinks, Schmelzkäse, Wurst), Oxalsäure (in Spinat, Mangold, Rote Bete, Rhabarber, Kakao, Schokolade), Phytin (in Weizenkleie, Pektin), nagen an der Knochenbilanz, weil sie ihnen Kalzium entziehen.

Hormone: Das Knochenwachstum und die Knochenfestigkeit sind hormonabhägig. Frauen sind durch das weibliche Hormon Östrogen vor einem Knochenabbau gut geschützt, bis in den Wechseljahren die Funktion der Eierstöcke und damit die Östrogenspiegel nachlassen und sich der altersbedingte Knochenabbau erheblich beschleunigt. Hier schütz daher eine Hormonsubstitution. Bei Männern wird der Knochen durch das männliche Hormon Testosteron geschützt, das sich erst ca. 10 Jahre später und in der Regel viel langsamer zurückbildet. Männer entwickeln daher meist um das 70. Lebensjahr eine Osteoporose, die durch Androgenersatz verhindert werden kann. Obgleich wir, historisch falsch, von "Vitamin D" sprechen, ist es medizinisch - ein Hormon! Es erhöht den Kalziumeinbau in den Knochen, steigert die Aufnahme im Darm und vermindert die Ausscheidung über die Nieren. Bei sommerlicher Sonnenbestrahlung kann unsere Haut innerhalb von nur 15 Minuten 20 000 IE (500 µg) "Vitamin" D aufbauen. Eine zusätzliche Versorgung ist daher vor allem in der kälteren und sonnenärmeren Zeit von mindestens 5000 IE (125 µg) bis 10 000 IE (250 µg) wünschenswert. Da in den Wintermonaten die Sonneneinstrahlung ungenügend ist, sollte der "25 OH Vitamin D"-Spiegel beim Arzt gemessen und normalisiert werden.

Sport und Bewegung trainiert nicht nur die Muskulatur, Herz und Kreislauf, sondern auch die Knochenstruktur. Eine Kalzium- und Vitamin D-reiche Ernährung und regelmäßige körperliche Aktivität haben somit auch im Alter eine wichtige vorbeugende Funktion. Wer in der Jugend ein kräftiges Knochengerüst durch Sport und gesunde Ernährung aufgebaut hat, hat im Alter ein deutlich geringeres Osteoporose-Risiko.

Medikamentöse Behandlung: mit verschiedenen Arzneimitteln, wie z.B. SERM (Selective Estrogen Receptor Modulatoren), Östrogen, Androgenen, Biphosphonaten, Strontium-Ranelat, Parathormon unter ärztlicher Kontrolle.

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