Paukenergüsse (Sero-Mukotympanon)


Entstehung des Paukenergusses

Eine Belüftungsstörung des Mittelohrs - aus vielerlei Verursachung - führt zur Erkrankung der Mittelohrschleimhaut. Diese schwillt ebenso, wie die Schleimhaut innerhalb der Eustachischen Röhre an. Der Druckausgleich zwischen der Paukenhöhle des Mittelohres und der atmosphärischen Luft via Eustachischen Röhre ist damit blockiert. Nun entwickelt sich im Mittelohr ein zunehmender Unterdruck, der das Gewebswasser aus der entzündeten Mittelohrschleimhaut in die vormals luftgefüllte Paukenhöhle hineinsaugt und diese prall füllen kann. Es entsteht eine zunehmende Schwerhörigkeit mit Druck und Schmerz im Ohr. Unbehandelt führt diese bei Kindern zu einer Sprachentwicklungsstörung. Hinzutretende bakterielle Infekte könen jederzeit eine akute Mittelohrentzündung mit oder ohne Ohrenlaufen auslösen.

Behandlung

Können die Ursachen der "Paukenbelüftungsstörung" nicht durch konservative Behandlung (Kinderarzt, HNO-Arzt) beseitigt werden, besteht die Gefahr einer irreversiblen Gehörschädigung. Daher empfielt der HNO-Arzt nach einer angemessenen Zeit eines Behandlungsversuchs, den operativen Eingriff - die sog. Parazentese - um die vorliegende Schwerhörigkeit ohne wesentliches Risiko unverzüglich zu beseitigen.

Der operative Eingriff

Der Eingriff wird ambulant in Narkose durchgeführt. Das Prinzip der Operation ist das Anlegen eines ca. 2-3 mm kleinen Trommelfellschnitts unter dem Mikroskop, aus dem der häufig bereits eingedickte Schleim medikamentös verflüssigt und abgesaugt wird. Mit einem in das Mittelohr applizieren entzündungshemmenden Medikament überprüft man die Durchgängigkeit der Eustachischen Röhre (Tuba eustachii). Innerhalb von 3-4 Tagen verschließt sich der Trommelfellschnitt in der Regel folgenlos von selbst. Nur bei fehlender oder erschwerter Durchgängigkeit der Eustachischen Röhre, ist es zweckmäßig, ein Paukenröhrchen zu installieren. Dieses Paukenröhrchen garantiert eine Belüftung der Paukenhöhlen - nun mehr von außen und verhindert eine erneute Flüssigkeitsansammlung. Die chronisch erkrankten Schleimhäute können nun in angemessener Zeit ausheilen. Ist nach Ausheilung die natürliche Belüftung über den Nasenrachen via Eustachischer Röhre wieder hergestellt, wird das Paukenröhrchen nach einigen Monaten wieder entfernt, sofern es sich nicht bereits spontan abgestoßen haben sollte. Solange das Paukenröhrchen die Paukenhöhle mit der Außenwelt verbindet, darf kein Wasser in den Gehörgang gelangen. Deshalb sollte beim Duschen, Baden, Haarewaschen und Schwimmen ein geeigneter Schutz (Gehörgangsstöpsel) getragen werden.

Die Vorbereitung des Eingriffs, dessen Ausführung und seltene Komplikationen, werden in einem persönlichen Aufklärungsgespräch ausführlich besprochen.