Bewegung und Sport

"No sports, whisky only"

Winston Churchill… mit Zigarre und Whiskyglas, hart arbeitend und übergewichtig am Schreibtisch sitzend, wäre nicht 90 Jahre alt geworden, hätte er nicht für körperlichen Ausgleich gesorgt: Rudern, Polo spielen und noch in hohem Alter auf den Kilimandscharo steigen. "No sports” meinte den Leistungssport.

„Bewegung ein Wundermittel“ für ein gesundes Altwerden?
Muskelkontraktionen werden durch Nervenimpulse ausgelöst. Nun besitzen aber nur ca. 16% unserer zum Muskel ziehenden Nerven diese (motorische) Antriebseigenschaft. Mehr als 40% der Muskelnerven arbeiten wie Sensoren, die durch komplexe Vernetzung im Zentralnervensystem (ZNS) alle Organ- und Regelsysteme beeinflussen. So wird verständlich, das durch Muskelarbeit ausgelöste hormonelle und vegetative Veränderungen u.a. auch die Psyche positiv beeinflusst. Die restlichen ca. 40% Nervenfasern der Muskulatur sind sog. vegetative Nervenfasern, die unmittelbaren Einfluss auf die Regulation der Durchblutung unserer Muskulatur aber auch auf das Herz-Kreislaufsystem haben.

Daraus erklären sich folgende präventiven Effekte:
Regelmäßige sportliche Belastung führt über den Trainingseffekt zu einer Minderung des Schlaganfall-Risikos um 40%. Der Aufwand steht zum Nutzen in einem minimalen Verhältnis: so reichen z.B. rasches Gehen oder Radfahren mit nur mäßig intensiven Aktivität bereits aus. Zudem ist auch im höheren Lebensalter die Wirksamkeit einer regelmäßigen sportlichen Tätigkeit bewiesen. In Langzeitstudien wurde nachgewiesen, dass über 50jährige Männer mit sportlichen Aktivitäten eine um 3,8 Jahre höhere Lebenserwartung erzielen konnten. Aber auch völlig Untrainierte, die nach ihrem 50. Lebensjahr mit Sport begonnen haben, konnten ihr Sterberisiko im Vergleich zu gleichaltrigen Nichtsportlern innerhalb eines 10-Jahreszeitraums halbieren.
Nicht zuletzt senkt körperliche Bewegung das Risiko der Krebsentstehung, z.B. beim Dickdarmkrebs um 40% (relative Risikoreduktion).
Medizinisch erklärbar sind diese Schutzmechanismen über die positiven Wirkungen regelmäßiger sportlicher Bewegung auf das Hormon- und das Immunsystem.
Es ist also nie zu spät mit eine mäßigen aber regelmäßigen sportlichen Bewegung zu beginnen!

Was sollte man sportlich tun?
Hier lautet die erste Antwort: Das, woran man Spaß hat. Ob Schwimmen, Radfahren, Nordic Walking oder einfach nur – mit oder ohne Hund - um das Karree laufen (für schlechtes Wetter gibt es auch kleinere Heimtrainingsgeräte, platzierbar z.B. vor dem Fernsehgerät). Sportstudios sind übrigens immer mehr von Senioren besucht!

Wie oft sollte man sich aktiv bewegen?
Möglichst 5 x wöchentlich für jeweils mindestens 30 - 60 Minuten.
Davon 3 x wöchentlich für die Ausdauer/Herz-Kreislauf/Lunge (z.B. Laufen, Schwimmen, Radfahren, Golf usw.)
sowie 2 x wöchentlich zum Aufbau der Muskeln/Kraft (z.B. Hanteln, Sportstudio, Rückenschule, Krankengymnastik)

Was sollte man beachten?
Vor Aufnahme eines regelmäßigen Bewegungsprogramms sollte jeder über 50 oder Jüngere mit gesundheitlichen Problemen oder Einschränkungen eine ärztliche Beratung einholen. Auch müssen die Grundlagen eines sinnvollen Trainings besprochen werden.

Sehen Sie einen Kurzfilm mit Tipps zum richtigen Training

Bei weiteren Fragen hierzu: nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf:
über unsere E-Mail: info@mediprevent
oder über unser Kontaktformular.

Ansonsten gilt...
Whisky once in a while but don´t smoke!

Wissenschaftliche Literatur:

Prof. Dr. Dieter Leyk: Bedeutung regelmäßiger körperlicher Aktivität in der Prävention und Therapie; Deutsches Ärzteblatt 2009