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Allergien - gibt's das ganze Jahr

Pollenflug



Gene und Vererbung

Die Wahrscheinlichkeit für eine Allergie beträgt in der Regel:



15 %, wenn keines der Eltern bzw.
40 %, wenn nur ein Elternteil an einer Allergie erkrankt ist.
60 %, wenn beide Eltern bzw.
75 %, wenn beide Eltern und ein naher Verwandter betroffen sind. Quelle: Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e. V., Sektion Allergie und Haut, Allergie, Tipps, Wenn der Pollenflug zur Qual wird, Tipps für Heuschnupfengeplagte. Auzug aus Sonderpressedienst „Allergie“, April 2002

Lebensmittelallergien, Pseudoallergien, Lebensmittelunverträglichkeiten und Kreuzallergien (Nahrungsmittelassoziierte Allergien)

Jeder vierte Deutsche glaubt an einer Nahrungsmittelallergie zu leiden. Tatsächlich sind es aber „nur“ 1-2% der Erwachsenen und 10% der Kinder. Der größere Rest der Reaktionen auf Nahrungsmittel sind Unverträglichkeiten oder Intoleranzen, also keine echte Allergie. Eine genaue Abklärung kann nur durch genaue Beobachtung und fachärztliche Abklärung erfolgen. Besonders Kleinkinder sind von einer echten Nahrungsmittelallergie betroffen, die überwiegend durch Kuhmilch, Nüsse, Erdnüsse, Eiweiß und Obst oder deren Spuren in verschiedenen Lebensmitteln ausgelöst wird. Einen gewissen Schutz bietet ein 6monatiges Stillen, allerdings ist das Stillen keine Garantie. Treten trotzdem Nahrungsmittelallergien in Erscheinung, besteht neben der fachärztlichen Beratung und Behandlung die Hoffnung, dass diese nach dem 6.Lebensjahr deutlich reduziert wird. Häufig entwickelt sich aber dann ein Heuschnupfen. Stress und sportliche Anstrengung in Verbindung mit der Nahrungsmittlallergie führt dann häufig zu Übelkeit, Hitzegefühl, Atemnot und Ekzemen. Die entsprechenden Nahrungsmittel lösen dann zusätzlich in Mund, Rachen und Ohren einen Juckreiz aus. Zudem kann es zu einer Anschwellung von Lippen und Zunge kommen. Im schlimmsten Fall sind anaphylaktische Schockreaktionen möglich.

Kreuzallergien werden durch Allergene ausgelöst. Darunter versteht man Reaktionen auf verschiedenste Nahrungsmittel (Obst, Gemüse, Gewürze). Ursache ist die Ähnlichkeit der allergieauslösenden Eiweißkörper zwischen dem Allergen und dem Nahrungsmittel. Die Beschwerden sind häufig nicht die bekannten typischen Allergiesymptome, sondern z.B. Juckreiz und Schwellung in Mund und Hals, Durchfall oder Hautreaktionen.

Pseudoallergien können mit Kopfschmerz, Blähungen, Sodbrennen, Schnupfen oder Migräne auftreten, wenn Medikamente oder Nahrungsmitteln eingenommen werden, die bestimmte Inhaltsstoffe enthalten. Insbesondere sind dies Histamin (z.B. in Erdbeeren, Tomaten, Sardellen, Sauerkraut, Thunfisch , Salami, Käse, Fisch, Schokolade, Nüssen, Rotwein und Sekt oder Medikamenten), Salizylate (z.B. in Aspirin, Obst, Gewürzen, Senf) und Sulfite (z.B. Natriumsulfit, Kaliumsulfit, Schwefelsulfit in Rot- und Weißwein). Biogene Amine, wie Histamin (s.o.), Serotonin und Tyramin können bei Allergikern gleichfalls Unverträglichkeiten auslösen. Serotonin ist enthalten in Ananas, Bananen und Walnüssen, Tyramin in Käse, Fisch, Hefe, Wurst und Schokolade.

Pollen der Haselnuss und Erle schon früh unterwegs

Frühling: Mit den ersten wärmenden Sonnenstrahlen erwacht die Natur zu neuem Leben. Doch für Allergiker und insbesondere die Kinder unter ihnen sind das eher trübe Aussichten, denn auch die ersten Baum-, Kräuter- und Gräserpollen sind im Anflug. In Deutschland leiden rund 16 Prozent der Bevölkerung alljährlich unter Pollinosis, dem Heuschnupfen, der durch Kontakt von Blütenstaub (Pollen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern mit den Schleimhäuten in der Nase oder am Auge zustande kommt. Die Folge: eine Überreaktion des Immunsystems.

Das Gefährliche am Heuschnupfen: Viele Betroffene sind unwissend über ihre Allergie und halten die triefende Nase für eine normale Erkältung. Mit jedem Pollenkontakt nehmen die Beschwerden zu. Ohne eine angemessene Behandlung kann das Problem das ganze Jahr über auftreten, außerdem droht die Gefahr, dass sich ein Pollenasthma oder eine Kreuzallergie zu Nahrungsmitteln entwickelt.

Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist daher von größter Wichtigkeit. Ob und auf welche Pollen der Patient genau allergisch reagiert, lässt sich schnell und gründlich mit einem Allergie-Labortest herausfinden. Vor allem bei Kindern bietet sich dieser Test an, da er weniger belastend ist und vor allem auch bei einer starken Überempfindlichkeit keine Gefahr einer allergischen Reaktion besteht, wie sie bei den sonst üblichen Hauttesten auftreten kann.

Manchmal treiben die milden Frühlings-Temperaturen und der Pollenflug Millionen Betroffene schon im Februar die Tränen in die Augen. Ungewöhnlich früh flogen bereits die Pollen von Haselnuss und Erle, so der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB). Einen Monat sind dann die Pflanzen dem normalen Kalender voraus.

Neben dem trockenen und sonnigen Wetter kann besonders der starke Wind für eine kräftige Verteilung der Pollen sorgen, die etwa 100 Kilometer, in Extremfällen sogar bis zu 500 Kilometer weit fliegen könnten. So bringt es dem Allergiker nur relativ wenig, darauf zu achten, was in seiner direkten Umgebung wächst. Auch zwischen Häusern in dicht besiedelten Gebieten ist man vor Pollen und entsprechenden Beschwerden nicht sicher.

Besonders starker Pollenflug findet in den frühen Morgenstunden, bei trockenem und windigem Wetter statt. Wenn Sie wissen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, dann informieren Sie sich mit einem Pollenflugkalender, wann "ihre" Pollenzeit ist. Ist noch nicht bekannt, worauf man allergisch ist, lässt sich umgekehrt über den Pollenflugkalender herausfinden, welche Pollen als Allergieauslöser in Frage kommen.

Unbehandelter Heuschnupfen kann zu Asthma führen

Die meisten Heuschnupfen-Allergiker reagieren nur auf bestimmte Pollenarten, so dass der Heuschnupfen nach ein paar Wochen, wenn die Blühphase dieser Pflanzenart beendet ist, wieder verschwindet. Aufgrund dieser nur zeitweiligen Beschwerden neigen viele Betroffene dazu, keinen Arzt aufzusuchen. Doch wird der Heuschnupfen auf diese Weise auf die leichte Schulter genommen und nicht behandelt, entwickelt sich etwa bei jedem Dritten im Laufe der Jahre aus der Allergie eine möglicherweise lebensbedrohliche Asthma-Erkrankung. Man spricht dann von einem Etagenwechsel von den oberen Luftwegen in die Bronchien.

Für jeden Allergiepatienten ist es daher entscheidend herauszufinden, worauf er allergisch reagiert. Erst dann ist eine gezielte Behandlung möglich. Die Allergietests können auf der Haut oder aus dem Blut durchgeführt werden. Die Haut- oder Pricktests führt der Hautarzt oder ein Allergologe durch. Hierbei werden die in Frage kommenden Allergieauslöser mit einer kleinen Nadel in die Haut eingeritzt. Das Ergebnis ist nach 20 Minuten ablesbar. Die Testergebnisse müssen zusammen mit dem Arzt sehr sorgfältig analysiert werden.

Bluttests besonders für Kinder zu empfehlen

Genauer und auch schonender sind Bluttests. Sie bieten sich daher zur Allergiediagnostik besonders von Babys und Kleinkindern an. Mittels moderner Verfahren wird der Anteil an speziellen Antikörpern (Immunglobulin E) im Blut gemessen. Immunglobulin E bildet sich als Reaktion auf die körperfremden Substanzen (Allergene), auf die das Immunsystem eines Allergikers empfindlich reagiert. Solch ein Labortest ist für die Patienten weniger belastend; vor allem besteht auch bei einer starken Überempfindlichkeit für den Patienten keine Gefahr.

Zögern Sie nicht lange, wenn Ihnen oder Ihrem Kind die Nase läuft, und gehen Sie bald zum Arzt. Unbehandelt kann aus Heuschnupfen schnell Asthma werden. Der Übergang von Pollen-Allergie in den oberen Atemwegen zu den unteren Atemwegen (Asthma) tritt insbesondere bei Kindern schnell ein. Diese folgenschwere Verschiebung kann jedoch verhindert werden, wenn man die Allergie rechtzeitig behandelt. Heute gibt es eine ganze Reihe von gut verträglichen Anti-Allergie-Mitteln (Antihistamininka). Sie bremsen die Allergie und wirken entzündungshemmend. Dadurch wird eine Schädigung der Atemwegs-Schleimhäute verhindert.

Wie diese Behandlung im einzelnen aussieht, wird der Arzt in Abhängigkeit von den Beschwerden entscheiden. Möglicherweise genügt schon die weitgehende Meidung des betreffenden Allergens, um die Beschwerden zu verringern. Ist dies jedoch nicht möglich, so kann eine spezifische Immuntherapie, eine Impfbehandlung mit dem krank machenden Allergiefaktor, durchgeführt werden.