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Fastfood macht depressiv

Eine Teilauswertung der sogenannten Whitehall II Study. die an 10.308 Angestellten im öffentlichen Dienst der Stadt London durchge­führt wurde, betrachtet das Verzehrsverhalten von 3.486 Personen (26,2% Frauen. Altersdurchschnitt 55,6 Jahre, Bereich 35 — 55 Jahre) hinsichtlich ihres Verzehrsverhaltens.
Die prospektive Studie erstreckt sich über einen Zeitraum von fünf Jahren und untersucht das Auftreten von depressiven Symptomen mit Hilfe des CES-D Fragebogens (Center for Epidemiologic Studies — Depression). Es wurden initial zwei Gruppen gebildet, von denen
- eine sich vollwertig ernährte (vor allem Gemüse, Früchte und Fisch)
- und die andere „ungünstige" Lebensmittel (süße Desserts, frittierte Speisen, Wurstwaren, Weißmehle und vollfette Milch­produkte) bevorzugte.
Die Auswertung nach fünf Jahren zeigte, dass die Per­sonen in der sich „ungünstig" ernährenden Gruppe ein höheres Risiko für Depressionen hatten.

Personen unter Vollwertkost hatten nicht nur seltener Depressionen (UR = 0,74. 85% CI 0,5 — 0,99), sondern bei ihnen waren auch Herzerkrankungen, einige Krebsarten, COPD, gastrointestinale Erkrankun­gen, Selbstmord und Rückenleiden seltener.

Die Ergebnisse für die Depres­sion blieben auch bestehen, wenn Confounders (Störvariablen) wie Rauchen und körperliche Aktivität berücksichtigt wurden. Da es sich um eine pro­spektive Studie handelt, war auch ausgeschlossen. dass sich depressiv ver­anlagte Menschen nur schlechter ernähren.
Als ernährungsbedingte Gründe für das seltenere Auftreten von Depressionen bei sich vollwertig ernähren­den Personen wurde die in dieser Gruppe signifikant höhere Zufuhr von Anti­oxidantien, Folat und Omega-3-Fettsäuren diskutiert.
Als Schlussfolgerung dieser Ergebnisse wird festgestellt, dass Personen im mittleren Lebensal­ter, die sich überwiegend mit „ungesunden" Lebensmitteln ernähren ein hö­heres Risiko tragen, nach 5 Jahren an einer Depression zu erkranken, wäh­rend eine vollwertige Kost protektiv wirkt.

Literatur: Akbaraly TN et al.: Dietary pattern and depressive symptoms an middle age, The British Journal of Psychiatry 195, 408-13, 2009
Quelle: Der Ernährungsmediziner, Jahrg.12, Nr.2
Unabhängiger Informationsdienst; Organ des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) e.V.