Zurück zu Wissenswertes

Weniger Lungenkrebs durch Obstvielfalt

Prävention per Ernährung

Experten empfehlen schon länger, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen, um das Krebsrisiko zu senken. Nun hat man herausgefunden, dass im Fall von Lungenkrebs nicht nur die Menge, sondern auch die Vielfalt der konsumierten Früchte ausschlaggebend ist – und sich das Krebsrisiko dadurch um bis zu 23% verringern lässt.

Nicht nur die Menge an Obst und Gemüse, sondern auch deren Vielfalt beeinflusst das Krebsrisiko. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler, die in der EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition) zusammenarbeiten, nach einer aktuellen Zwischenauswertung.

Ziel der prospektiven Kohortenstudie ist es, den Einfluss von Ernährungsgewohnheiten, Lebensführung und Umweltfaktoren auf die Entstehung und die Häufigkeit von Krebserkrankungen zu untersuchen. Zwischen 1991 und 2000 wurden an 23 Zentren in 10 europäischen Ländern (Dänemark, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und England) insgesamt 521.468 Personen im Alter zwischen 25 und 70 rekrutiert.


Die aktuelle Auswertung betraf das Lungenkrebsrisiko. Sie hat gezeigt, dass Menschen, die innerhalb von 14 Tagen mindestens acht verschiedene Obst- oder Gemüsesorten verzehren, ein deutlich geringeres Risiko haben an Lungenkrebs zu erkranken (minus 23%) als jene, die im gleichen Zeitraum nur vier oder noch weniger Sorten Obst oder Gemüse essen. Jede weitere verzehrte Obst- oder Gemüsesorte reduzierte das Risiko zusätzlich um 4%. „Bei Rauchern war der Zusammenhang signifikant. Hier reduzierte sich das Lungenkrebsrisiko bei zwei zusätzlichen Portionen verschiedener Obst- oder Gemüsesorten signifikant um 3%“, erklärt María José Sánchez Pérez, Co-Autorin der Studie und Leiterin des Granada-Krebsregisters an der Andalusian School of Public Health.

Aktive Raucher können ihr Lungenkrebsrisiko besonders reduzieren
Bezogen auf die häufigsten histologischen Typen von Lungenkrebs ergab die Studie, dass sich insbesondere das Risiko für Plattenepithelkarzinome durch eine größere Vielfalt an Obst und Gemüse verringern lässt: Zwei zusätzliche Portionen reduzierten hier das Risiko um 9% – bei aktiven Rauchern waren es sogar 12%. Kein signifikanter Zusammenhang ließ sich dagegen zwischen dem Konsum verschiedener Obst- und Gemüsearten und der Entwicklung anderer Tumoren der Lunge (z.B. Adenokarzinome oder kleinzellige Lungenkarzinome) nachweisen.

Allerdings sei Lungenkrebs weiterhin eine der am meisten verbreiteten Krebsarten in den Industrieländern, ergänzt Sánchez Pérez. Trotz der neuen Erkenntnisse ist auch sie sich darüber im Klaren: „Der effektivste Weg zur Prävention bleibt natürlich, den Tabakkonsum innerhalb der Bevölkerung zu reduzieren.“

Autor: Nicola Birner
Quelle: SpringerMedizin.de basierend auf: Büchner FL et al. Variety in fruit and vegetable consumption and the risk of lung cancer in the European prospective investigation into cancer and nutrition. Cancer Epidemiol Biomarkers Prev. 2010 Sep;19(9):2278-86. Epub 2010 Aug 31.