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Von Muskeln und Mäusen

Studie: Muskelaktivität kompensiert Ernährung

Fett- und kohlenhydratreiche Ernährung kann die Lebenserwartung verkürzen.

Wie ein Wissenschaftlerteam um Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) nun belegt, verkürzt eine Ernährung mit viel Fett und viel Kohlenhydraten die Lebenserwartung von Mäusen um 33 Prozent. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift „Aging Cell“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler führten eine Studie an Mäusen durch. Dabei war eine der zwei untersuchten Mausgruppen genetisch so verändert, dass sie über ihre Muskulatur sehr viel Energie verbrauchte. Die andere Mausgruppe entsprach dem unveränderten Wildtyp. Ab der elften Lebenswoche erhielten die Mäuse eine von drei Futtermischungen, die hinsichtlich der Makronährstoff-Zusammensetzung variierte.
Am längsten lebten die Tiere, wenn sie fettarmes Futter bekamen.
Die kürzeste Lebenserwartung (etwa 550 Tage) hatten die Mäuse, die schnell an Gewicht zulegten.
Bei diesen handelte es sich um die Wildtyp-Tiere, welche die fett- und kohlenhydratreiche Kost verzehrten.
Die Mäuse mit erhöhter Muskelaktivität nahmen unter derselben Ernährung zwar auch, aber etwas weniger und deutlich langsamer zu. Sie lebten durchschnittlich etwa 230 Tage länger.
Die zweite fettreiche Futtermischung mit viel Eiweiß und wenig Kohlenhydraten führte bei den Wildtyp-Mäusen zu ähnlichen Effekten, obwohl diese nicht ganz so stark und schnell zunahmen und auch wesentlich länger lebten, nämlich etwa 754 Tage.
Dagegen nahmen die Mäuse, die viel Energie in ihren Muskeln verbrannten, unter dieser Kost nicht stärker zu und lebten genau so lange wie unter dem fettarmen Futter, nämlich circa 850 Tage.
„Dies zeigt, dass eine gesteigerte Muskelaktivität wesentlich dazu beitragen kann, die negativen Auswirkungen einer fettreichen Ernährung zu kompensieren“,
sagt Erstautorin Susanne Keipert. (bs)

Quelle: arzt am abend 14.12.2010